Ferienwohnungen – und die Einkünfteerzielungsabsicht

Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist bei einer Ferienwohnung grundsätzlich und typisierend von der Absicht des Steuerpflichtigen auszugehen, einen Einnahmenüberschuss zu erwirtschaften, wenn sie ausschließlich an Feriengäste vermietet und in der übrigen Zeit hierfür bereitgehalten wird und das Vermieten die ortsübliche Vermietungszeit von Ferienwohnungen -abgesehen von Vermietungshindernissen- nicht erheblich (d.h. um mindestens 25 %) unterschreitet1.

Ferienwohnungen - und die Einkünfteerzielungsabsicht

Liegen die genannten Voraussetzungen bei einer Ferienimmobilie nicht vor, z.B. weil sich der Eigentümer die Selbstnutzung der Ferienwohnung vorbehält, ist die Vermietung mit einer auf Dauer ausgerichteten Vermietungstätigkeit nicht vergleichbar; die Einkünfteerzielungsabsicht muss dann durch eine Prognose überprüft werden2.

Auf der Grundlage dieser Rechtsprechung ist die Frage der Überschusserzielungsabsicht unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles -insbesondere eines mit der Vermittlungsagentur abgeschlossenen Vertrags- zu beantworten.

Bundesfinanzhof, Beschluss vom 9. März 2017 – IX B 122/16

  1. vgl. BFH, Urteile vom 24.08.2006 – IX R 15/06, BFHE 215, 112, BStBl II 2007, 256; vom 19.08.2008 – IX R 39/07, BFHE 222, 478, BStBl II 2009, 138; vom 16.04.2013 – IX R 22/12, BFH/NV 2013, 1552, und – IX R 26/11, BFHE 241, 261, BStBl II 2013, 613 []
  2. s. die Rechtsprechung zusammenfassend BFH, Beschluss vom 14.01.2010 – IX B 146/09, BFH/NV 2010, 869, m.w.N., sowie BFH, Urteile in BFH/NV 2013, 1552, und in BFHE 241, 261, BStBl II 2013, 613 []