Frist­ver­län­ge­rung bei Spit­zen­steu­er­satz

Auch ein "Spit­zen­ver­die­ner" muss sich mit sei­ner Steu­er­erklä­rung nicht mehr beei­len als ein nor­ma­ler Steu­er­zah­ler:

Frist­ver­län­ge­rung bei Spit­zen­steu­er­satz

Die steu­er­lich bera­te­nen Klä­ger wur­den sei­tens des Finanz­amts im März 2011 auf­ge­for­dert, die Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung 2010 bereits bis Ende Sep­tem­ber 2011 und nicht wie in den Vor­jah­ren bis zum Jah­res­en­de abzu­ge­ben. Zur Begrün­dung wur­de sei­tens des Finanz­amts aus­ge­führt, dass „auf­grund der Höhe der Ein­künf­te mit erheb­li­chen steu­er­li­chen Aus­wir­kun­gen zu rech­nen“ sei. Das Finanz­amt wies den dage­gen unter Hin­weis auf den Erlass der obers­ten Finanz­be­hör­den der Län­der vom 3. Janu­ar 2011 über Steu­er­erklä­rungs­fris­ten [1] erho­be­nen Ein­spruch als unbe­grün­det zurück.

Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hielt die Auf­for­de­rung zur Abga­be der Steu­er­erklä­rung bis zum 30.09.2011 für ermes­sens­feh­ler­haft. Nach Abschnitt II des Erlas­ses der obers­ten Finanz­be­hör­den der Län­der vom 03.01.2011 (BStBl I 2011, 44) wer­de die Abga­be­frist bei steu­er­lich bera­te­nen Steu­er­pflich­ti­gen all­ge­mein bis zum 31.12. ver­län­gert. Aus­nah­me­fäl­le dazu wür­den im Erlass ange­führt. Allein die Tat­sa­che, dass ein Steu­er­pflich­ti­ger hohe Ein­künf­te erzie­le und dem Spit­zen­steu­er­satz unter­fal­le, rei­che danach nicht aus.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 29. Juli 2011 – 12 K 2461/​11

  1. BStBl I 2011, 44[]