Grund­stücks­kauf unter Ehe­gat­ten

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist bei Auf­wen­dun­gen auf­grund eines Ver­tra­ges zwi­schen nahen Ange­hö­ri­gen von einer Ver­an­las­sung durch die Ein­kunfts­er­zie­lung grund­sätz­lich nur aus­zu­ge­hen, wenn die Ver­ein­ba­rung in der gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Form zustan­de gekom­men ist und sowohl die inhalt­li­che Gestal­tung als auch die tat­säch­li­che Durch­füh­rung des Ver­ein­bar­ten dem zwi­schen Frem­den Übli­chen ent­spre­chen. Wegen des feh­len­den Inter­es­sen­ge­gen­sat­zes bei nahen Ange­hö­ri­gen kann nur die­se, auf äußer­lich erkenn­ba­re Beweis­zei­chen gestütz­te Beur­tei­lung sicher­stel­len, dass die Ver­trags­be­zie­hun­gen tat­säch­lich im Bereich der Ein­kunfts­er­zie­lung (§ 21 EStG: Ver­mie­tung und Ver­pach­tung) und nicht im pri­va­ten Bereich (§ 12 EStG) wur­zeln.

Grund­stücks­kauf unter Ehe­gat­ten

Ob im Ein­zel­fall ein Ver­trag zwi­schen nahen Ange­hö­ri­gen dem Fremd­ver­gleich stand­hält, rich­tet sich nach der Gesamt­heit der objek­ti­ven Gege­ben­hei­ten. Dabei kann ein­zel­nen Beweis­an­zei­chen ein unter­schied­li­ches Gewicht bei­gemes­sen wer­den; seit den Beschlüs­sen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum so genann­ten Oder-Kon­to von Ehe­gat­ten ist in der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs wie­der­holt zum Aus­druck gebracht wor­den, dass nicht jede gering­fü­gi­ge Abwei­chung vom Übli­chen ohne Wei­te­res die steu­er­li­che Aner­ken­nung des Ver­trags­ver­hält­nis­ses aus­schließt. Viel­mehr sind die ein­zel­nen Kri­te­ri­en des Fremd­ver­gleichs im Rah­men der gebo­te­nen Gesamt­be­trach­tung unter dem Gesichts­punkt zu wür­di­gen, ob sie den Rück­schluss auf eine nicht ernst­li­che Ver­ein­ba­rung zulas­sen. Die­se Rechts­grund­sät­ze gel­ten auch für den Abschluss eines Kauf­ver­tra­ges 1.

Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 29. Juli 2010 -2 K 2073/​09

  1. stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. z. B. BFH, Urtei­le vom 06.11.1991 – XI R 2/​90, BFH/​NV 1992, 297; vom 10.11.1998 – VIII R 28/​97, BFH/​NV 1999, 616; vom 31.05.2001 – IV 53/​00, BFH/​NV 2001, 1547[]