Maß­geb­li­che Stra­ßen­ver­bin­dung für die Ent­fer­nungs­pau­scha­le bei der Erhe­bung von Stra­ßen­be­nut­zungs­ge­büh­ren

Nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG kön­nen Auf­wen­dun­gen des Arbeit­neh­mers für Wege zwi­schen Woh­nung und regel­mä­ßi­ger Arbeits­stät­te als Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit abge­zo­gen wer­den. Zur Abgel­tung die­ser Auf­wen­dun­gen ist nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 2 EStG für jeden Arbeits­tag, an dem der Arbeit­neh­mer die Arbeits­stät­te auf­sucht, eine Ent­fer­nungs­pau­scha­le für jeden vol­len Kilo­me­ter zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stät­te von 0,30 € anzu­set­zen. Für die Ent­fer­nungs­pau­scha­le ist die kür­zes­te Stra­ßen­ver­bin­dung zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stät­te maß­ge­bend; eine ande­re als die kür­zes­te Stra­ßen­ver­bin­dung kann zugrun­de gelegt wer­den, wenn die­se offen­sicht­lich ver­kehrs­güns­ti­ger ist; und vom Arbeit­neh­mer regel­mä­ßig für Wege zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stät­te benutzt wird (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG).

Maß­geb­li­che Stra­ßen­ver­bin­dung für die Ent­fer­nungs­pau­scha­le bei der Erhe­bung von Stra­ßen­be­nut­zungs­ge­büh­ren

Ver­kehrs­güns­ti­ger i.S. des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 2. Halb­satz EStG als die kür­zes­te Stra­ßen­ver­bin­dung ist die von dem Arbeit­neh­mer tat­säch­lich benutz­te Stra­ßen­ver­bin­dung dann, wenn mit ihrer Benut­zung eine Zeit­er­spar­nis oder sons­ti­ge Vor­tei­le auf­grund von Stre­cken­füh­rung, Schal­tung von Ampeln o.Ä. ver­bun­den sind 1.

Für die Beur­tei­lung der Ver­kehrs­güns­tig­keit der ande­ren Stra­ßen­ver­bin­dung ist es uner­heb­lich, wenn bei der Benut­zung der kür­zes­ten Stre­cke Stra­ßen­be­nut­zungs­ge­büh­ren anfal­len.

Maß­geb­lich ist ledig­lich die Vor­teil­haf­tig­keit einer Stre­cke mit Blick auf den Ablauf des Stra­ßen­ver­kehrs, ohne dass hier­bei finan­zi­el­le Aspek­te zu berück­sich­ti­gen sind. Hin­zu kommt, dass die Ent­fer­nungs­pau­scha­le unab­hän­gig von den tat­säch­lich ent­stan­de­nen Kos­ten gel­ten soll 2, wes­halb deren Höhe nicht mit­tel­bar durch die Wahl gebüh­ren­frei­er Stra­ßen­ver­bin­dun­gen beein­flusst wer­den kann 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 12. Dezem­ber 2013 – VI R 49/​13

  1. z.B. BFH, Urteil vom 16.11.2011 – VI R 19/​11, BFHE 236, 65, BSt­Bl II 2012, 520[]
  2. vgl. BFH, Urteil vom 18.04.2013 – VI R 29/​12, BFHE 240, 570, BSt­Bl II 2013, 735, m.w.N.[]
  3. BFH, Urteil vom 24.09.2013 – VI R 20/​13[]