Schul­geld für pri­va­te Mode­schu­le

Das für eine pri­va­te Mode­schu­le gezahl­te Schul­geld ist nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Finanz­ge­richts Rhein­land-Pfalz nicht als Son­der­aus­ga­be abzieh­bar.

Schul­geld für pri­va­te Mode­schu­le

Im Streit­fall besuch­te die Toch­ter der Klä­ger eine pri­va­te Berufs­fach­schu­le für Mode im Voll­zeit­un­ter­richt. Die­se Schu­le führt in einem zwei­ein­halb­jäh­ri­gen Aus­bil­dungs­gang zum Abschluss als staat­lich aner­kann­te Mode­de­si­gne­rin. Die Schul­geld­zah­lun­gen von (monat­lich 350.- €) 4.200.- € mach­ten die Klä­ger in ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung 2006 als Son­der­aus­ga­ben gel­tend. Das Finanz­amt lehn­te das jedoch mit der Begrün­dung ab, bei der besuch­ten Schu­le han­de­le es sich nicht um eine all­ge­mein bil­den­de Ergän­zungs­schu­le.

Mit der dage­gen gerich­te­ten Kla­ge mach­ten die Klä­ger gel­tend, die Mode­schu­le sei staat­lich aner­kannt. Nach dem Aner­ken­nungs­be­scheid des Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums sei der Schu­le die Eigen­schaft einer aner­kann­ten Ergän­zungs­schu­le ver­lie­hen wor­den. Eine aner­kann­te Ergän­zungs­schu­le erfül­le auch den Tat­be­stand einer all­ge­mein bil­den­den Schu­le.

Die Kla­ge hat­te jedoch kei­nen Erfolg. Vor­aus­set­zung für den Schul­geld­ab­zug bei den Son­der­aus­ga­ben, so das FG, sei, dass die Schu­le als Ersatz­schu­le eige­ner Art nach Lan­des­recht tat­säch­lich als Ersatz­schu­le geneh­migt oder als all­ge­mein bil­den­de Ergän­zungs­schu­le tat­säch­lich aner­kannt wor­den sei. Die Qua­li­fi­zie­rung der Schu­le im Ein­zel­fall sei nicht der Finanz­ver­wal­tung über­las­sen, die­se sei viel­mehr an die Ent­schei­dun­gen der hier­für zustän­di­gen obers­ten Kul­tus­be­hör­den der Län­der gebun­den. Die pri­va­te Mode­schu­le sei kei­ne nach Lan­des­recht geneh­mig­te Ersatz­schu­le. Sie sei aber auch kei­ne nach Lan­des­recht tat­säch­lich aner­kann­te all­ge­mein bil­den­de Ergän­zungs­schu­le. Unter „all­ge­mein bil­dend“ sei­en die­je­ni­gen Schu­len zu ver­ste­hen, die nicht auf einen bestimm­ten Beruf vor­be­rei­ten wür­den, son­dern die die all­ge­mei­nen Grund­la­gen für die Bil­dung und Aus­bil­dung der Schü­ler schaf­fen wür­den, wie ins­be­son­de­re Grund- und Haupt­schu­len, Real­schu­len und Gym­na­si­en. Dem­ge­gen­über dien­ten berufs­bil­den­de Schu­len schwer­punkt­mä­ßig der Aus­bil­dung der Schü­ler auf einen bestimm­ten Beruf, auch wenn sie all­ge­mein bil­den­de Fächer in ihrem Lehr­plan hät­ten. Zu letz­te­ren zäh­le auch die pri­va­te Mode­schu­le, die gezielt auf den Beruf des Mode­de­si­gners vor­be­rei­te.

Ent­ge­gen der Ansicht der Klä­ger lie­ge in der Aner­ken­nung als Ergän­zungs­schu­le aber auch nicht zugleich die Aner­ken­nung als all­ge­mein bil­den­de Schu­le. Die steu­er­li­che Begüns­ti­gung von Schul­geld­zah­lun­gen hin­sicht­lich der Ergän­zungs­schu­len sei aus­drück­lich auf „all­ge­mein bil­den­de“ Schu­len beschränkt. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes ver­sto­ße die unter­schied­li­che Behand­lung von Zah­lun­gen an ande­re Ergän­zungs­schu­len auch nicht gegen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz des Grund­ge­set­zes.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Die Revi­si­on wur­de nicht zuge­las­sen.

Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 11. Novem­ber 2008 – 3 K 2562/​07