Steu­er auf den Lot­to­ge­winn? Die Rechts­la­ge nach dem Gewinn

Mil­lio­nen Spie­ler in Deutsch­land hof­fen jede Woche dar­auf, end­lich den gro­ßen Jack­pot zu kna­cken. Soll­te dies ein­mal gelin­gen, stellt sich direkt die Fra­ge nach der kor­rek­ten Ver­steue­rung. Hier in die­sem Arti­kel wer­fen wir einen Blick auf die recht­li­chen Rege­lun­gen, die dem zugrun­de lie­gen. So steht dem erfolg­rei­chen Tipp schon bald nichts mehr im Wege.

Steu­er auf den Lot­to­ge­winn? Die Rechts­la­ge nach dem Gewinn

Wie wird ein Lot­to­ge­winn versteuert?

Immer wie­der ist die Rede von hohen staat­li­chen Ein­nah­men, die auf das Lot­to­spiel zurück­zu­füh­ren sind. Tat­säch­lich han­delt es sich um eine wich­ti­ge Ein­nah­me­quel­le für den Bund. Doch all jene Ein­künf­te stam­men nicht aus den Steu­ern auf den eigent­li­chen Gewinn. Statt­des­sen ist ein Lot­to­ge­winn nach bestehen­der Rechts­grund­la­ge in Deutsch­land voll­kom­men steu­er­frei, unab­hän­gig von sei­ner Höhe. Dies bedeu­tet, dass der Jack­pot in sei­ner Gesamt­heit auf dem per­sön­li­chen Kon­to ankommt und von dort aus für die eige­nen Wün­sche ver­wen­det wer­den kann.

An und für sich ist das Lot­to­ge­winn Ver­steu­ern also nicht not­wen­dig. Die Lage ändert sich aber, wenn das Geld anschlie­ßend an Freun­de und Fami­lie ver­schenkt wer­den soll. Wie bei jeder durch Arbeit oder Kapi­tal gene­rier­ten Sum­me fal­len in die­sem Fall Belas­tun­gen an. Für Ehe­part­ner gilt dies ab einer Sum­me von mehr als 500.000 Euro. Der Frei­be­trag für Schen­kun­gen an die Kin­der liegt in die­sen Tagen bei 400.000 Euro. Soll der Gewinn noch eine Genera­ti­on wei­ter­ge­reicht wer­den, gilt bei den Enkeln ein Betrag von bis zu 200.000 Euro als steu­er­frei. Alle wei­te­ren Ver­wand­ten haben hin­ge­gen einen Frei­be­trag in Höhe von nur 20.000 Euro vor sich.

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Vor­sicht bei regel­mä­ßi­gen Einnahmen

Wäh­rend also der Grund­satz gilt, dass ein Lot­to­ge­winn steu­er­frei ist, gibt es in der Pra­xis doch ein paar Aus­nah­men. Dies gilt zum Bei­spiel dann, wenn ein Spie­ler sei­nen Lebens­un­ter­halt aus dem Glücks­spiel bestrei­tet. Sobald die Gewin­ne zu einer regel­mä­ßi­gen Form des Ein­kom­mens wer­den, müs­sen sie in der Fol­ge auch ver­steu­ert wer­den. Da gera­de Lot­to aber zu einem gro­ßen Teil vom Zufall geprägt ist, spielt die­se Klau­sel hier nur eine Neben­rol­le. Viel­mehr sind ande­re Akti­vi­tä­ten von ihr betrof­fen, wie zum Bei­spiel die Sport­wet­ten, bei denen regel­mä­ßi­ge Gewin­ne durch­aus mög­lich sind.

Beson­der­hei­ten bei hohen Gewinnen

Eine Aus­nah­me tritt dann ein, wenn es sich um eine beson­ders hohe Sum­me han­delt. Der Jack­pot im Lot­to kann den glück­li­chen Sie­gern die Chan­ce bie­ten, das neu erlang­te Ver­mö­gen selbst in einer Zeit der nied­ri­gen Zin­sen wirk­sam anzu­le­gen. Dies bedeu­tet, dass künf­tig Ein­künf­te in Form von Zin­sen aus dem Gewinn erwach­sen. Dies kann zum Bei­spiel nach der Inves­ti­ti­on in Akti­en der Fall sein, aber auch auf einem klas­si­schen Spar­kon­to. Dar­über hin­aus wol­len die glück­li­chen Gewin­ner ihren Jack­pot viel­leicht in den Kauf von Immo­bi­li­en inves­tie­ren. Auch in dem Fall müs­sen Steu­ern auf die Miet­ein­nah­men gezahlt wer­den, die in der Fol­ge als pas­si­ve Ein­künf­te auf das pri­va­te Kon­to fließen.

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Für die­se Ein­künf­te gilt der Frei­be­trag von der­zeit 801 Euro pro Jahr. Alle Sum­men, die über die­ses Limit hin­aus­ge­hen, müs­sen mit der Abgel­tungs­steu­er in Höhe von 25 Pro­zent plus Kir­chen­steu­er ver­rech­net wer­den. Unab­hän­gig davon, dass das Geld sei­nen Ursprung in dem doch steu­er­frei­en Gewinn hat, müs­sen die­se Abga­ben geleis­tet werden.

Bera­tung ist empfehlenswert

Wer den Jack­pot knackt, muss sich zunächst also kei­ne Sor­gen machen, dass das Finanz­amt Anspruch auf einen Teil der Sum­me erhebt. Doch mit­tel- und lang­fris­tig kann es je nach Vor­ge­hen trotz­dem not­wen­dig sein, eine Steu­er zu ent­rich­ten. Für den Fall ist es wich­tig, dass die plötz­lich rei­chen Spie­ler gut über ihre Rech­ten und Pflich­ten infor­miert sind. Exper­ten emp­feh­len aus dem Grund, stets eine pro­fes­sio­nel­le Bera­tung in Anspruch zu neh­men. So kön­nen mög­li­che Belas­tun­gen in den fol­gen­den Jah­ren leich­ter ver­hin­dert werden.

Die Bera­tung hat nicht nur das Ziel, die steu­er­li­che Lage für den Spie­ler zu klä­ren. Auf der ande­ren Sei­te ist eine men­ta­le Ver­ant­wor­tung mit einem höhe­ren Gewinn ver­bun­den. Oft fehlt es den Spie­lern auf­grund des plötz­li­chen Geld­se­gens jedoch an der Erfah­rung im Umgang mit grö­ße­ren Sum­men. Um den Kopf nicht zu ver­lie­ren und mit dem Geld den Grund­stein für die finan­zi­el­le Zukunft zu legen, sind des­halb klu­ge Ent­schei­dun­gen wichtig.

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