Steu­er­be­schei­ni­gung für Stück­zin­sen

Mit der Ergän­zung des § 52a Absatz 10 Satz 7 EStG i. d. F. des Jah­res­steu­er­ge­set­zes 2010 wur­de vom Gesetz­ge­ber im Sin­ne der Finanz­ver­wal­tung klar­ge­stellt, dass die beson­ders in Rech­nung gestell­ten und ver­ein­nahm­ten Stück­zin­sen auch dann als Ein­künf­te im Sin­ne des § 20 Absatz 2 Satz 1 Num­mer 7 EStG zu ver­steu­ern sind, wenn der Ver­äu­ße­rungs­er­lös für die vor dem 1. Janu­ar 2009 erwor­be­nen fest­ver­zins­li­chen Wert­pa­pie­re nicht steu­er­bar ist.

Steu­er­be­schei­ni­gung für Stück­zin­sen

Da die Kre­dit­in­sti­tu­te in die­sen Fäl­len in den Kalen­der­jah­ren 2009 und 2010 kei­nen Steu­er­ein­be­halt auf der­ar­ti­ge Stück­zin­sen vor­ge­nom­men haben, sind die Erträ­ge in der Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung für 2009 und 2010 gemäß § 32d Absatz 3 EStG zu berück­sich­ti­gen. Um den betrof­fe­nen Steu­er­pflich­ti­gen die Anga­ben der Stück­zin­sen im Steu­er­ver­an­la­gungs­ver­fah­ren zu erleich­tern, haben die Kre­dit­in­sti­tu­te hier­zu gemäß § 45a Absatz 2 EStG eine geson­der­te Steu­er­be­schei­ni­gung zu ertei­len [1].

Bei der Aus­stel­lung der­ar­ti­ger Steu­er­be­schei­ni­gun­gen gilt:

  • Für die Beschei­ni­gung der Anga­ben ist das anlie­gen­de amt­lich vor­ge­schrie­be­ne Mus­ter zu ver­wen­den. Nach Inhalt, Auf­bau und Rei­hen­fol­ge der Anga­ben darf von ihm nicht abge­wi­chen wer­den. Die Gestal­tung des Fel­des für die Bezeich­nung der aus­zah­len­den Stel­le ist nicht vor­ge­schrie­ben.
  • Die Steu­er­be­schei­ni­gung ist nur für die Kalen­der­jah­re 2009 und 2010 aus­zu­stel­len. Sie ist zu erstel­len, auch wenn der Steu­er­pflich­ti­ge dies nicht bean­tragt hat. Eine zusam­men­fas­sen­de Beschei­ni­gung ist nicht zuläs­sig. Die Steu­er­be­schei­ni­gun­gen sind dem Steu­er­pflich­ti­gen spä­tes­tens bis zum 30. April 2011 zuzu­sen­den. Es ist nicht zu bean­stan­den, wenn die Steu­er-beschei­ni­gun­gen gemein­sam mit der Jah­res­steu­er­be­schei­ni­gung 2010 ver­sandt wer­den.
  • Eine Steu­er­be­schei­ni­gung ist nicht aus­zu­stel­len, wenn der aus­zah­len­den Stel­le eine Nicht­ver­an­la­gungs-Beschei­ni­gung im Sin­ne des § 44a Absatz 2 Satz 1 Num­mer 2 EStG vor­liegt. In die­sem Fall sind die Stück­zin­sen man­gels einer Ver­pflich­tung zur Abga­be der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung auch nicht im Rah­men einer Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung anzu­set­zen.

Die in der Beschei­ni­gung aus­ge­wie­se­nen Kapi­tal­erträ­ge sind für das ent­spre­chen­de Kalen­der­jahr in der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung in die Zei­len 15 und 16 der Anla­ge KAP ein­zu­tra­gen, die Steu­er­be­schei­ni­gung muss zusam­men mit der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung beim Finanz­amt ein­ge­reicht wer­den.

Soweit bereits (etwa für 2009) eine Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ein­ge­reicht, braucht kei­ne berich­tig­te Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung abge­ge­ben zu wer­den. Inso­weit ist es zur Erfül­lung der Steu­er­erklä­rungs­pflicht aus­rei­chend, die Steu­er­be­schei­ni­gung beim Finanz­amt nach­zu­rei­chen und gleich­zei­tig einen form­lo­sen Antrag stel­len, dass die beschei­nig­ten Stück­zin­sen bei der Ein­kom­men­steu­er­fest­set­zung zu berück­sich­ti­gen sind.

  1. vgl. Bericht des Finanz­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges zum Ent­wurf eines JStG 2010 vom 28. Okto­ber 2010 – BT-Drs. 17/​3549, S. 8[]