Über­mitt­lung einer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung nach amt­lich vor­ge­schrie­be­nem Daten­satz

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat hin­sicht­lich der Pflicht zur Daten­fern­über­mitt­lung von Umsatz­steu­er­vor­anmel­dun­gen und ‑erklä­run­gen nach § 18 Abs. 1 UStG i.V.m. § 150 Abs. 8 AO die Ver­hält­nis- und Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Daten­fern­über­mitt­lung bereits bestä­tigt 1.

Über­mitt­lung einer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung nach amt­lich vor­ge­schrie­be­nem Daten­satz

Im Rah­men der Prü­fung der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit wur­den in der Ent­schei­dung sowohl gel­tend gemach­te Sicher­heits­be­den­ken gegen die Fern­über­mitt­lung von Daten als auch der Vor­hal­te­zwang von Hard- und Soft­ware berück­sich­tigt.

Dar­über hin­aus hat der Bun­des­fi­nanz­hof hin­sicht­lich der Pflicht zur Daten­fern­über­mitt­lung von Kör­per­schaft- und Gewer­be­steu­er­erklä­run­gen gemäß § 31 Abs. 1a Satz 1 KStG ent­schie­den, die­se sei mit der ver­pflich­ten­den Daten­fern­über­mitt­lung von Umsatz­steu­er-Vor­anmel­dun­gen ver­gleich­bar. Er hat die Aus­füh­run­gen im frü­he­ren Bun­des­fi­nanz­hofs, die Pflicht zur Daten­fern­über­mitt­lung unter­lie­ge kei­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken, auch für die elek­tro­ni­sche Abga­be von Gewer­be­steu­er- und Kör­per­schaft­steu­er­erklä­run­gen geteilt 2.

Der Bun­des­fi­nanz­hof sieht daher die Fra­ge der Ver­fas­sungs- und Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der Ver­pflich­tung zur Abga­be der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung nach amt­li­chem Daten­satz im Wege der Daten­fern­über­tra­gung gemäß § 25 Abs. 4 Satz 1 EStG jeden­falls für Steu­er­pflich­ti­ge mit Gewinn­ein­künf­ten, die zugleich Umsatz­steu­er­vor­anmel­dun­gen und ‑erklä­run­gen elek­tro­nisch zu über­mit­teln haben, als durch die Recht­spre­chung geklärt an.

Ent­spre­chen­des gilt auch für die Fra­ge, ob Beden­ken gegen die Daten­si­cher­heit bei der Über­mitt­lung der Erklä­rung an das Finanz­amt eine unbil­li­ge Här­te gemäß § 25 Abs. 4 EStG, § 150 Abs. 8 AO begrün­den kön­nen.

Der BFH hat ins­be­son­de­re den Gesichts­punkt von Sicher­heits­ri­si­ken bei der Daten­fern­über­tra­gung in den Ent­schei­dun­gen in BFHE 236, 283, BSt­Bl II 2012, 477 und in BFH/​NV 2016, 72 als Umstand, der für die Här­te­fall­prü­fung zu berück­sich­ti­gen ist, bereits behan­delt. Er hat die­sen Gesichts­punkt in der Wei­se gewür­digt, dass das immer ver­blei­ben­de Sicher­heits­ri­si­ko zuguns­ten der Ver­wal­tungs­ver­ein­fa­chung vom Gesetz­ge­ber in Kauf genom­men wur­de und des­halb kei­ne unbil­li­ge Här­te begrün­det 3. Die von den Klä­gern ange­führ­ten Erkennt­nis­se aus der "NSA-Affä­re" mit der Schluss­fol­ge­rung, die Sicher­heits­la­ge bei elek­tro­ni­schen Daten­über­mitt­lun­gen sei gene­rell neu zu bewer­ten, stellt kei­nen neu­en Gesichts­punkt dar, der eine erneu­te Befas­sung des BFH mit der Bedeu­tung und Gewich­tung die­ses Aspekts für die Här­te­fall­prü­fung im Rah­men des § 150 Abs. 8 AO ver­langt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 14. Febru­ar 2017 – VIII B 43/​16

  1. BFH, Urteil vom 14.03.2012 – XI R 33/​09, BFHE 236, 283, BSt­Bl II 2012, 477[]
  2. BFH, Beschluss vom 17.08.2015 – I B 133/​14, BFH/​NV 2016, 72[]
  3. BFH, Urteil in BFHE 236, 283, BSt­Bl II 2012, 477, Rz 68[]