Fest­set­zungs­ver­jäh­rung bei Zusam­men­ver­an­la­gung

Im Fal­le der Zusam­men­ver­an­la­gung von Ehe­gat­ten ist die Fra­ge, ob Fest­set­zungs­ver­jäh­rung ein­ge­tre­ten ist, für jeden Ehe­gat­ten geson­dert zu prü­fen.

Fest­set­zungs­ver­jäh­rung bei Zusam­men­ver­an­la­gung

Im hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall wur­de die Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung für 1999 von der Ehe­frau gemein­sam mit ihrem Ehe­mann im Jahr 2000 abge­ge­ben, so dass der Beginn der Fest­set­zungs­frist gemäß § 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO auf das Jah­res­en­de 2000 fiel. Selbst wenn auch in Bezug auf die Ehe­frau eine Anwen­dung der zehn­jäh­ri­gen Fest­set­zungs­frist wegen des Vor­lie­gens einer Steu­er­hin­ter­zie­hung nach § 169 Abs. 2 Satz 2 AO in Betracht käme, war im Zeit­punkt des Erge­hens des geän­der­ten Bescheids vom 04.07.2011 die Fest­set­zungs­frist am 31.12 2010 bereits abge­lau­fen. Die Ermitt­lun­gen der Steu­er­fahn­dung vom 06.12 2010 rich­te­ten sich allein gegen den Ehe­mann, so dass in Bezug auf die Ehe­frau kei­ne Hem­mung des Ablaufs der Fest­set­zungs­frist nach § 171 Abs. 5 Satz 1 AO ein­ge­tre­ten war.

Dem steht nicht ent­ge­gen, dass gegen­über dem Ehe­mann zum Zeit­punkt des Erlas­ses des geän­der­ten Zusam­men­ver­an­la­gungs­be­scheids vom 04.07.2011 noch kei­ne Fest­set­zungs­ver­jäh­rung ein­ge­tre­ten war. Auch im Fal­le der Zusam­men­ver­an­la­gung von Ehe­gat­ten ist die Fra­ge, ob Fest­set­zungs­ver­jäh­rung ein­ge­tre­ten ist, für jeden Ehe­gat­ten geson­dert zu prü­fen 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 17. Novem­ber 2015 – VIII R 68/​13

  1. BFH, Urteil vom 25.04.2006 – X R 42/​05, BFHE 212, 421, BSt­Bl II 2007, 220[]