Einspruchsmöglichkeit per eMail – und die Rechtsbehelfsbelehrung

Eine Rechtsbehelfsbelehrung ist nicht deshalb unrichtig oder unvollständig, weil sie nicht auf die Möglichkeit der Einspruchseinlegung auf elektronischem Weg hinweist.

Einspruchsmöglichkeit per eMail – und die Rechtsbehelfsbelehrung

Eine Einspruchsentscheidung ist nicht deswegen rechtsfehlerhaft, weil sie nicht auf die Möglichkeit hinweist, den Einspruch auf elektronischem Wege einzulegen.

Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ist eine Rechtsbehelfsbelehrung, die die Angaben des § 356 Abs. 1 AO enthält, nicht „unrichtig“ i.S. des § 356 Abs. 2 Satz 1 AO, wenn sie ergänzend den Wortlaut des § 357 Abs. 1 Satz 1 AO (Schriftform) wiedergibt und nicht zugleich auf § 87a AO1 verweist2.

Bundesfinanzhof, Urteil vom 18. März 2014 – VIII R 33/12

  1. elektronische Kommunikation[]
  2. BFH, Urteile vom 20.11.2013 – X R 2/12, BFHE 243, 158, BStBl II 2014, 236; vom 05.03.2014 – VIII R 51/12, BFH/NV 2014, 1010; BFH, Beschlüsse vom 12.12 2012 – I B 127/12, BFHE 239, 25, BStBl II 2013, 272; vom 12.10.2012 – III B 66/12, BFH/NV 2013, 177; s. auch FG Düsseldorf, Urteil vom 20.11.2012 – 10 K 766/12 E, EFG 2013, 190; FG Münster, Beschluss vom 06.07.2012 11 – V 1706/12 E, EFG 2012, 1811; ebenso zur Rechtsmittelbelehrung nach § 66 Abs. 2 Satz 1 SGG: BSG, Urteil vom 14.03.2013 – B 13 R 19/12 R, Kranken- und Pflegeversicherung 2013, 120; sowie zur Rechtsbehelfsbelehrung nach der VwGO: OVG Bremen, Urteil vom 08.08.2012 – 2 A 53/12.A, NVwZ-RR 2012, 950; a.A. LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 21.02.2013 – L 3 R 879/10; OVG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 24.11.2010 – 4 L 115/09; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 08.03.2012 – 1 A 11258/11, NVwZ-RR 2012, 457[]