Wider­ruf einer ein­sei­ti­gen Erle­di­gungs­er­klä­rung

Mit der ein­sei­ti­gen Erle­di­gungs­er­klä­rung nimmt der Klä­ger von sei­nem bis­he­ri­gen Kla­ge­be­geh­ren Abstand und bean­tragt statt­des­sen die Fest­stel­lung, dass die Haupt­sa­che erle­digt ist [1]. Daher been­det sie die Rechts­hän­gig­keit noch nicht, son­dern ist inhalt­lich nur eine Ände­rung des ursprüng­li­chen Sach­an­trags, so dass der Antrag noch­mals geän­dert wer­den, ins­be­son­de­re auch wider­ru­fen wer­den darf [2].

Wider­ruf einer ein­sei­ti­gen Erle­di­gungs­er­klä­rung

Nach Wider­ruf der Erle­di­gungs­er­klä­rung war somit zunächst für eine logi­sche Sekun­de wie­der der ursprüng­li­che auf Zulas­sung der Revi­si­on gerich­te­te Sach­an­trag zu beschei­den, bevor die­ser wie­der­um durch den anschlie­ßen­den Fest­stel­lungs­an­trag nebst Hilfs­an­trä­gen ersetzt wur­de.

Eine Ent­schei­dung über die Erle­di­gung der Haupt­sa­che ist bei ein­sei­ti­ger Erle­di­gungs­er­klä­rung nur mög­lich, wenn das Gericht befugt ist, über den ent­spre­chen­den Sach­an­trag zu ent­schei­den. Das wie­der­um setzt grund­sätz­lich die Zuläs­sig­keit des ursprüng­li­chen Ver­fah­rens vor­aus. Andern­falls eröff­ne­te erst­mals das erle­di­gen­de Ereig­nis den Weg zu einer Sach­ent­schei­dung, den die Unzu­läs­sig­keit zunächst ver­sperr­te [3].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 27. Novem­ber 2013 – X B 162/​12

  1. vgl. BFH, Urteil vom 22.05.2001 – VII R 71/​99, BFHE 195, 19, BStBl II 2001, 683, m.w.N.[]
  2. vgl. Schwarz in HHSp, § 138 FGO Rz 54, 100[]
  3. stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. etwa BFH, Beschlüs­se vom 15.03.2000 – I R 56/​99, BFH/​NV 2000, 1211; vom 27.03.2000 – III S 6/​99, BFH/​NV 2000, 1129; BFH, Beschluss vom 20.12 2005 – X B 144/​05, BFH/​NV 2006, 604; vgl. auch die Nach­wei­se bei Schwarz in HHSp, § 138 FGO Rz 102 ‑zu der aller­dings wohl nicht reflek­tier­ten, von der Recht­spre­chung nicht getra­ge­nen und auch nicht halt­ba­ren Aus­sa­ge, dies gel­te auch, wenn die zunächst zuläs­si­ge Kla­ge durch das erle­di­gen­de Ereig­nis wegen Weg­falls des Rechts­schutz­be­dürf­nis­ses unzu­läs­sig gewor­den sei- unter Fn 5[]