Ankla­ge­schrift – und ihre Min­dest­an­for­de­run­gen

Die Ankla­ge­schrift hat nach § 200 Abs. 1 Satz 1 StPO die zur Last geleg­te Tat sowie Zeit und Ort ihrer Bege­hung so genau zu bezeich­nen, dass die Iden­ti­tät des geschicht­li­chen Vor­gangs dar­ge­stellt und erkenn­bar wird, wel­che bestimm­te Tat gemeint ist.

Ankla­ge­schrift – und ihre Min­dest­an­for­de­run­gen

Die­se muss sich von ande­ren gleich­ar­ti­gen straf­ba­ren Hand­lun­gen des­sel­ben Ange­schul­dig­ten unter­schei­den las­sen; fehlt es hier­an, so ist die Ankla­ge unwirk­sam 1.

Wann eine Tat als his­to­ri­sches Ereig­nis hin­rei­chend umgrenzt ist, kann nicht abs­trakt, son­dern nur nach Maß­ga­be der Umstän­de des jewei­li­gen Ein­zel­falls bestimmt wer­den 2. Die Schil­de­rung muss aller­dings umso kon­kre­ter sein, je grö­ßer die Mög­lich­keit ist, dass der Ange­schul­dig­te ver­wech­sel­ba­re wei­te­re Straf­ta­ten glei­cher Art ver­übt hat 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. August 2018 – 4 StR 200/​18

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 24.01.2012 – 1 StR 412/​11, BGHSt 57, 88, 91; vom 28.10.2009 – 1 StR 205/​09, NStZ 2010, 159, 160; vom 11.01.1994 – 5 StR 682/​93, BGHSt 40, 44, 45; Beschluss vom 29.11.1994 – 4 StR 648/​94, NStZ 1995, 245; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 61. Aufl., § 200 Rn. 7[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 26.04.2017 – 2 StR 242/​16, wis­tra 2018, 49, 50; vom 27.02.2018 – 2 StR 390/​17 18; KK-StPO/­Schnei­der, 7. Aufl., § 200 Rn. 3[]
  3. BGH, Beschlüs­se vom 14.06.1993 – 4 StR 288/​93, BGHR StPO § 200 Abs. 1 Satz 1 Tat 4; vom 11.05.1994 – 2 StR 171/​94, BGHR StPO § 200 Abs. 1 Satz 1 Tat 7; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, aaO, § 200 Rn. 7; Münch­Komm-StPO/Wens­ke, § 200 Rn.19[]