Annah­me des Erbie­tens zu einem Ver­bre­chen – und der unbe­acht­li­che inne­re Vor­be­halt

Der Annah­me des Erbie­tens zu einem Ver­bre­chen (§ 30 Abs. 2 Vari­an­te 2 StGB) steht nicht ent­ge­gen, dass das Erbie­ten des ande­ren nur zum Schein ange­nom­men wird.

Annah­me des Erbie­tens zu einem Ver­bre­chen – und der unbe­acht­li­che inne­re Vor­be­halt

Die­se Vari­an­te des § 30 Abs. 2 StGB setzt – als ein Son­der­fall der ver­such­ten Anstif­tung – vor­aus, dass der Täter objek­tiv das Erbie­ten eines ande­ren zur Bege­hung eines Ver­bre­chens annimmt und sub­jek­tiv mit dop­pel­tem Anstif­ter­vor­satz, jeden­falls in Form des dolus even­tua­lis, han­delt. Für den Vor­satz genügt, dass der Anneh­men­de damit rech­net, der prä­sum­ti­ve Täter wer­de sei­ne Erklä­rung ernst neh­men und ihr ent­spre­chend han­deln, und dies bil­ligt [1].

Hat der Anneh­men­de die­se Vor­stel­lung, ent­fällt sein Vor­satz nicht dadurch, dass er die Annah­me des Erbie­tens des ande­ren nur zum Schein erklärt [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. März 2017 – 3 StR 260/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 07.04.1998 – 1 StR 801/​97, NStZ 1998, 403, 404[]
  2. vgl. – für die ver­such­te Anstif­tung – BGH, Urteil vom 27.07.2000 – 4 StR 185/​00 8; eben­so BGH, Urteil vom 10.06.1998 – 3 StR 113/​98, BGHSt 44, 99, 101 ff.[]