Audio­vi­su­el­le Zeu­gen­ver­neh­mung – und der erfor­der­li­che Beschluss des Gerichts

§ 247a Abs. 1 Satz 1 StPO ver­langt für die Anord­nung der audio­vi­su­el­len Ver­neh­mung eines Zeu­gen einen Gerichts­be­schluss.

Audio­vi­su­el­le Zeu­gen­ver­neh­mung – und der erfor­der­li­che Beschluss des Gerichts

Die­ser Beschluss bedarf zwar, da er nicht anfecht­bar ist (§ 247a Abs. 1 Satz 2 StPO), grund­sätz­lich kei­ner Begrün­dung (§ 34 StPO); erfor­der­lich ist jedoch, dass das Gericht kennt­lich macht, auf wel­chen Aus­nah­me­tat­be­stand des § 247a Abs. 1 Satz 1 StPO es die Anord­nung stützt 1.

Fehlt ein sol­cher Beschluss, begrün­det dies in der Regel die Revi­si­on, weil das Revi­si­ons­ge­richt nicht über­prü­fen kann, ob die Vor­aus­set­zun­gen des § 247a StPO vor­ge­le­gen haben 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Dezem­ber 2017 – 3 StR 388/​17

  1. LR/​Becker, StPO, 26. Aufl., § 247a Rn. 15[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 06.02.2008 – 5 StR 597/​07, NStZ 2008, 421[]