Auf­he­bung einer Bestel­lung zum Pflicht­ver­tei­di­ger

Ist ein Rechts­an­walt zum Pflicht­ver­tei­di­ger bestellt, so ist ein wich­ti­ger Grund für die Auf­he­bung der Bestel­lung des Pflicht­ver­tei­di­gers in aller Regel dar­in zu sehen, dass der Ver­tei­di­ger nicht zuzu­si­chern ver­mag, an der ganz über­wie­gen­den Mehr­zahl der vor­ge­se­he­nen Haupt­ver­hand­lungs­ter­mi­ne teil­zu­neh­men.

Auf­he­bung einer Bestel­lung zum Pflicht­ver­tei­di­ger

Die Bestel­lung eines Ver­tei­di­gers ist nicht schon des­halb unzu­läs­sig, weil der Ver­tei­di­ger eines Mit­be­schul­dig­ten Mit­glied der­sel­ben Sozie­tät ist, es sei denn, es gibt kon­kre­ten Anlass zu der Sor­ge, der neue Ver­tei­di­ger wür­de die Ver­tei­di­gung nicht mit vol­lem Ein­satz füh­ren. Die blo­ße abs­trak­te Mög­lich­keit eines Inter­es­sen­kon­flikts genügt nicht.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 17. Mai 2011 – 2 Ws 97/​11; 2 Ws 98/​11