Augen­zeu­ge – und die Vor­la­ge nur eines Ein­zel­bil­des

Wuur­de das Bild des mut­maß­li­chen Täters den Zeu­gin­nen von den Ermitt­lungs­be­am­ten nicht zusam­men mit Bil­dern ande­rer Per­so­nen, son­dern als Ein­zel­bild vor­ge­legt, so kommt dem Ergeb­nis ein wesent­lich gerin­ge­rer Beweis­wert zu als dem einer vor­schrifts­mä­ßi­gen Wahl­licht­bild­vor­la­ge.

Augen­zeu­ge – und die Vor­la­ge nur eines Ein­zel­bil­des

Konn­te ein Zeu­ge eine ihm vor­her unbe­kann­te Per­son nur kur­ze Zeit beob­ach­ten, darf sich der Tatrich­ter nicht ohne wei­te­res auf die sub­jek­ti­ve Gewiss­heit des Zeu­gen beim Wie­der­erken­nen ver­las­sen, son­dern muss auf­grund objek­ti­ver Kri­te­ri­en nach­prü­fen, wel­che Beweis­qua­li­tät die­ses Wie­der­erken­nen hat, und dies in den Urteils­grün­den für das Revi­si­ons­ge­richt nach­voll­zieh­bar dar­le­gen 1.

Die Beweis­wür­di­gung ist über­dies auch dann lücken­haft, wenn das Urteil nicht erken­nen lässt, ob sich das Land­ge­richt mit dem ein­ge­schränk­ten Beweis­wert des wie­der­hol­ten Wie­der­erken­nens – nach feh­ler­haf­ter Licht­bild­vor­la­ge – durch die Zeu­gin K. in der Haupt­ver­hand­lung aus­ein­an­der­ge­setzt hat 2.

Wei­te­ren vom Land­ge­richt als indi­zi­ell ange­nom­me­nen Umstän­den – etwa der Vor­stra­fe des Ange­klag­ten und dem opus mode­ran­di – kommt ange­sichts des­sen kein objek­ti­ver Beweis­wert zu.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Dezem­ber 2016 – 2 StR 480/​16

  1. BGH, Beschluss vom 01.10.2008 – 5 StR 439/​08, NStZ 2009, 283 Rn. 7[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 19.11.1997 – 2 StR 470/​97, BGHR StPO Iden­ti­fi­zie­rung 13[]