Bei­trags­vor­ent­hal­tung – und die Fest­stel­lung der geschul­de­ten Bei­trä­ge

Dem Tat­ge­richt obliegt es nach stän­di­ger Recht­spre­chung, die geschul­de­ten Bei­trä­ge – für die jewei­li­gen Fäl­lig­keits­zeit­punk­te geson­dert – nach Anzahl, Beschäf­ti­gungs­zei­ten, Löh­nen der Arbeit­neh­mer und der Höhe des Bei­trags­sat­zes der ört­lich zustän­di­gen Kran­ken­kas­se fest­zu­stel­len, um eine revi­si­ons­ge­richt­li­che Nach­prü­fung zu ermög­li­chen [1], weil die Höhe der geschul­de­ten Bei­trä­ge auf der Grund­la­ge des Arbeits­ent­gelts nach den Bei­trags­sät­zen der jewei­li­gen Kran­ken­kas­sen sowie den gesetz­lich gere­gel­ten Bei­trags­sät­zen der Ren­ten, Arbeits­lo­sen- und Pfle­ge­ver­si­che­rung zu berech­nen ist [2].

Bei­trags­vor­ent­hal­tung – und die Fest­stel­lung der geschul­de­ten Bei­trä­ge

Falls sol­che Fest­stel­lun­gen im Ein­zel­fall nicht mög­lich sind, kann die Höhe der vor­ent­hal­te­nen Bei­trä­ge auf Grund­la­ge der tat­säch­li­chen Umstän­de geschätzt wer­den [3].

Die Grund­sät­ze, die die Recht­spre­chung bei Taten nach § 370 AO für die Dar­le­gung der Berech­nungs­grund­la­gen der ver­kürz­ten Steu­ern ent­wi­ckelt hat, gel­ten inso­weit ent­spre­chend [4].

Dem­entspre­chend genügt es nicht, die vor­ent­hal­te­nen Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge ledig­lich der Höhe nach anzu­ge­ben [5]. Viel­mehr müs­sen die Urteils­grün­de die Berech­nungs­grund­la­gen und Berech­nun­gen im Ein­zel­nen wie­der­ge­ben [6].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. April 2017 – 2 StR 242/​16

  1. BGH, Beschlüs­se vom 04.03.1993 – 1 StR 16/​93; und vom 22.03.1994 – 1 StR 31/​94; Urteil vom 20.03.1996 – 2 StR 4/​96, NStZ 1996, 543; Beschluss vom 20.04.2016 – 1 StR 1/​16, NStZ 2017, 352, 353; Rad­tke in Münch­Komm-StGB, 2. Aufl., § 266a Rn. 61, 133[]
  2. BGH, Urteil vom 11.08.2010 – 1 StR 199/​10, NStZ-RR 2010, 376[]
  3. BGH, Beschluss vom 10.11.2009 – 1 StR 283/​09, NStZ 2010, 635, 636; Rad­tke in Münch­Komm-StGB, 2. Aufl., § 266a Rn. 136[]
  4. BGH, Beschluss vom 04.03.1993 – 1 StR 16/​93, StV 1993, 364; Urteil vom 11.08.2010 – 1 StR 199/​10, NStZ-RR 2010, 376[]
  5. BGH, Beschluss vom 28.05.2002 – 5 StR 16/​02, NJW 2002, 2480, 2483[]
  6. BGH, Beschluss vom 04.03.1993 – 1 StR 16/​93, StV 1993, 364; Rad­tke in Münch­Komm-StGB, 2. Aufl., § 266a Rn. 133[]