Betrug und Bestechung bei öffent­li­chen Bau­vor­ha­ben – das „World Con­fe­rence Cen­ter Bonn”

Die Ver­ur­tei­lun­gen wegen Betrugs und Bestechung im Zusam­men­hang mit der Errich­tung des „World Con­fe­rence Cen­ter Bonn” sind rechts­kräf­tig, der Bun­des­ge­richts­hof hat die hier­ge­gen gerich­te­ten Revi­sio­nen ver­wor­fen.

Betrug und Bestechung bei öffent­li­chen Bau­vor­ha­ben – das „World Con­fe­rence Cen­ter Bonn”

Das Land­ge­richt Bonn hat den einen 51 Jah­re alten Rechts­an­walt C. wegen Betrugs und Bestechung zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und drei Mona­ten ver­ur­teilt; gegen den 69 Jah­re alten Ange­klag­ten T. hat es wegen Bei­hil­fe zum Betrug eine Frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren und sechs Mona­ten ver­hängt. Den nicht revi­die­ren­den Ange­klag­ten K., einen 54jährigen Unter­neh­mer, hat es wegen Betrugs in zwei Fäl­len und wegen fal­scher Ver­si­che­rung an Eides Statt zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von sechs Jah­ren und sechs Mona­ten ver­ur­teilt1.

Nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts Bonn bewarb sich die Fir­ma des Ange­klag­ten K. im Jahr 2005 bei der Stadt Bonn als Inves­tor für die Errich­tung und den Betrieb des „World Con­fe­rence Cen­ter”. In sei­ner Funk­ti­on als Pres­se­spre­cher und Rechts­be­ra­ter der Fir­ma des Ange­klag­ten K. ver­ein­bar­te der Ange­klag­te C. mit den Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen der Stadt Bonn, einem Stadt­di­rek­tor und einer Ober­ver­wal­tungs­rä­tin, dass der Fir­ma des Ange­klag­ten K. eine exklu­si­ve Ver­hand­lungs­po­si­ti­on ein­ge­räumt wird, obwohl zu die­sem Zeit­punkt ein wei­te­rer Mit­be­wer­ber ein Ange­bots­schrei­ben bei der Stadt Bonn ein­ge­reicht hat­te. Als Gegen­leis­tung sag­te der Ange­klag­te C. die Beglei­chung einer Rech­nung eines für die Stadt täti­gen Bera­ters in Höhe von etwa 32.000 € durch die Fir­ma des Ange­klag­ten K. zu.

Um den Pro­jekt­zu­schlag zu erhal­ten, täusch­te der Ange­klag­te C. dar­über hin­aus den Gemein­de­rat der Stadt Bonn, indem er unter ande­rem vor­gab, die Fir­ma des Ange­klag­ten K. sei Teil eines gro­ßen Auto­kon­zerns und ver­fü­ge über erheb­li­che wirt­schaft­li­che und per­so­nel­le Res­sour­cen. Auf­grund der dadurch her­vor­ge­ru­fe­nen Fehl­vor­stel­lung stimm­te der Gemein­de­rat dem Abschluss eines Pro­jekt­ver­trags zu. In Erfül­lung des Ver­tra­ges über­trug die Stadt Bonn der Fir­ma des Ange­klag­ten K. unent­gelt­lich das Eigen­tum an meh­re­ren Grund­stü­cken im Wert von min­des­tens zehn Mil­lio­nen Euro, auf denen ein Teil der Gebäu­de für das Kon­fe­renz­zen­trum neu errich­tet wer­den soll­te.

Der Ange­klag­te T. unter­stütz­te den Ange­klag­ten K. bei der Finan­zie­rung des Pro­jekts, indem er ein inhalt­lich fal­sches Rechts­gut­ach­ten erstell­te, das einer in Hong­kong ansäs­si­gen Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­fir­ma vor­ge­legt wur­de und die­se zur Aus­zah­lung eines Betra­ges in Höhe von 32 Mil­lio­nen US Dol­lar ver­an­lass­te. Über das Ver­mö­gen der Fir­ma des Ange­klag­ten K. wur­de im Janu­ar 2010 das Insol­venz­ver­fah­ren eröff­net.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat jetzt die Revi­sio­nen der Ange­klag­ten C. und T. ohne wei­te­re Begrün­dung ver­wor­fen. Das Urteil des Land­ge­richts Bonn ist damit rechts­kräf­tig.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Okto­ber 2014 – 2 StR 44/​14

  1. LG Bonn, Urteil vom 10.05.2013 – 27 KLs 03/​11