Der fehl­ge­schla­ge­ne Ver­such

Bei einem fehl­ge­schla­ge­nen Ver­such schei­det ein straf­be­frei­en­der Rück­tritt nach § 24 StGB von vorn­her­ein aus 1.

Der fehl­ge­schla­ge­ne Ver­such

Fehl­ge­schla­gen ist der Ver­such jedoch erst, wenn die Tat nach Miss­lin­gen des zunächst vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs mit den bereits ein­ge­setz­ten oder ande­ren nahe­lie­gen­den Mit­teln objek­tiv nicht mehr voll­endet wer­den kann und der Täter dies erkennt oder wenn er sub­jek­tiv die Voll­endung nicht mehr für mög­lich hält.

Maß­geb­lich dafür ist nicht der ursprüng­li­che Tat­plan, dem je nach Fall­ge­stal­tung aller­dings Indi­zwir­kung für den Erkennt­nis­ho­ri­zont des Täters zukom­men kann 2, son­dern des­sen Vor­stel­lung nach Abschluss der letz­ten Aus­füh­rungs­hand­lung 3.

Sind an der Tat meh­re­re betei­ligt wird gemäß § 24 Abs. 2 Satz 1 StGB nicht bestraft, wer frei­wil­lig die Voll­endung ver­hin­dert. Die­se Ver­hin­de­rungs­leis­tung kann aber schon dar­in zu sehen sein, dass die Betei­lig­ten es ein­ver­nehm­lich unter­las­sen, wei­ter zu han­deln 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Janu­ar 2015 – 4 StR 560/​14

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 10.04.1986 – 4 StR 89/​86, BGHSt 34, 53, 56; und vom 30.11.1995 – 5 StR 465/​95, BGHSt 41, 368, 369[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 02.11.2007 – 2 StR 336/​07, NStZ 2008, 393[]
  3. BGH, Beschluss vom 22.03.2012 – 4 StR 541/​11, NStZ-RR 2012, 239[]
  4. st. Rspr.; BGH, Urteil vom 19.03.2013 – 1 StR 647/​12, NStZ-RR 2013, 273, 274; Beschluss vom 15.05.2014 – 3 StR 149/​14, NStZ-RR 2015, 8 f.[]