Der Zweck der Aus­lie­fe­rungs­haft

Der Zweck der Aus­lie­fe­rungs­haft, das Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren zu sichern und die Durch­füh­rung der Aus­lie­fe­rung zu ermög­li­chen, kann es nach ver­fas­sungs­ge­richt­li­cher Recht­spre­chung zulas­sen, die Aus­lie­fe­rungs­haft bereits dann anzu­ord­nen und fort­dau­ern zu las­sen, wenn fest­ge­stellt wer­den kann, dass die Vor­aus­set­zun­gen für eine Aus­lie­fe­rung gege­ben sein kön­nen, auch wenn dies noch nicht abschlie­ßend geklärt ist und die abschlie­ßen­de Klä­rung erst im wei­te­ren Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren erfol­gen kann [1].

Der Zweck der Aus­lie­fe­rungs­haft

Für die Fra­ge, ob die Aus­lie­fe­rung von vorn­her­ein unzu­läs­sig ist, genügt eine ver­tret­ba­re sum­ma­ri­sche Prü­fung durch das Ober­lan­des­ge­richt; eine gründ­li­che und abschlie­ßen­de Prü­fung der Zuläs­sig­keit bleibt der Ent­schei­dung über die Zuläs­sig­keit der Aus­lie­fe­rung vor­be­hal­ten [2].

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 29. April 2020 – 2 BvR 672/​20

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 09.04.2015 – 2 BvR 221/​15, Rn.19; Beschluss vom 15.01.2016 – 2 BvR 1860/​15, Rn. 25[]
  2. vgl. BVerfGE 75, 1, 12; BVerfG, Beschluss vom 09.07.2007 – 2 BvQ 23/​07, Rn. 5 f.[]