Die Aache­ner Gefäng­nis­aus­bre­cher

Die bei­den Aache­ner Gefäng­nis­aus­bre­cher haben im Novem­ber 2009 meh­re­re Tage die Pres­se beherrscht. Nun ist die des­we­gen erfolg­te Ver­ur­tei­lung sowohl der bei­den Aus­bre­cher wie auch des als Flucht­hel­fer belang­ten Jus­tiz­voll­zugs­be­am­ten zu lan­gen Haft­stra­fen durch das Land­ge­richt Aachen rechts­kräf­tig. Der Bun­des­ge­richts­hof ver­warf die Revi­si­on aller drei Ange­klag­ten als unbe­grün­det.

Die Aache­ner Gefäng­nis­aus­bre­cher

Nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts ver­büß­ten die Ange­klag­ten H. und M., gegen die in der Ver­gan­gen­heit bereits Siche­rungs­ver­wah­rung ange­ord­net wor­den war, lebens­lan­ge Frei­heits­stra­fen wegen Mor­des bzw. ver­such­ten Mor­des in der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Aachen. Aus Frus­tra­ti­on über ihre Haft­si­tua­ti­on bra­chen sie am 26. Novem­ber 2009 unter Mit­hil­fe des als Voll­zugs­be­am­ter täti­gen Ange­klag­ten K., der ihnen die Flucht ermög­lich­te und zwei Dienst­waf­fen nebst Muni­ti­on über­ließ, aus der Voll­zugs­an­stalt aus. Wäh­rend ihrer mehr­tä­gi­gen Flucht von Aachen über Köln, Essen und Mül­heim nah­men die Ange­klag­ten meh­re­re Per­so­nen als Gei­ßel, die kör­per­lich unver­letzt blie­ben. Der Ange­klag­te H. wur­de nach Zeu­gen­hin­wei­sen am 29. Novem­ber 2009 auf offe­ner Stra­ße in Mül­heim an der Ruhr gefasst. Zwei Tage spä­ter wur­de der Ange­klag­te M. nach erfolg­ter Han­dy­or­tung in Scher­mbeck (Kreis Wesel) eben­falls auf offe­ner Stra­ße fest­ge­nom­men.

Das Land­ge­richt Aachen 1 hat die Ange­klag­ten H. und M. u.a. wegen schwe­ren Rau­bes, schwe­rer räu­be­ri­scher Erpres­sung, Gei­sel­nah­me, erpres­se­ri­schen Men­schen­rau­bes und eines Ver­sto­ßes gegen das Waf­fen­ge­setz, den Ange­klag­ten K. wegen Bestech­lich­keit in Tat­ein­heit mit Gefan­ge­nen­be­frei­ung im Amt und eines Ver­sto­ßes gegen das Waf­fen­ge­setz für schul­dig erkannt. Gegen den Ange­klag­ten H. hat es eine Gesamt­frei­heits­stra­fe von zehn Jah­ren, gegen den Ange­klag­ten M. eine Gesamt­frei­heits­stra­fe von zehn Jah­ren und sechs Mona­ten und gegen den Ange­klag­ten K. eine sol­che von vier Jah­ren und drei Mona­ten ver­hängt. Gegen die Ange­klag­ten H. und M. wur­de zudem jeweils die Siche­rungs­ver­wah­rung ange­ord­net. Gegen die­se Ver­ur­tei­lung rich­tet sich die Revi­sio­nen der Ange­klag­ten und eines Neben­klä­gers, die die Ver­let­zung for­mel­len und mate­ri­el­len Rechts gel­tend machen.

Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs hat die Nach­prü­fung des Urteils kei­nen Rechts­feh­ler zu Las­ten der Ange­klag­ten erge­ben. Daher sind die Revi­sio­nen der Ange­klag­ten als unbe­grün­det ver­wor­fen wor­den. Die Revi­si­on der Neben­kla­ge ist als unzu­läs­sig ver­wor­fen wor­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. März 2012 – 2 StR 436/​11

  1. LG Aachen, Urteil vom 09.02.2011 – 601 Js 1567/​09 68 KLs[]
  2. LG Ros­tock, Urteil vom 23.01.2009 – 19 KLs 5/​08[]