Bezeich­nung der ein­zu­zie­hen­den Gegen­stän­de

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs müs­sen ein­zu­zie­hen­de Gegen­stän­de so genau ange­ge­ben wer­den, dass bei allen Betei­lig­ten und den Voll­stre­ckungs­or­ga­nen Klar­heit über den Umfang der Ein­zie­hung besteht 1.

Bezeich­nung der ein­zu­zie­hen­den Gegen­stän­de

Die Bezug­nah­me auf die Ankla­ge­schrift oder ein Asser­va­ten­ver­zeich­nis genügt dafür nicht 2.

Die­sen Anfor­de­run­gen wird eine Ein­zie­hungs­an­ord­nung nicht gerecht, die sich im Tenor in dem Auf­füh­ren der im Sicher­stel­lungs­ver­zeich­nis der Staats­an­walt­schaft ver­wen­de­ten Kenn­zeich­nun­gen der Gegen­stän­de (etwa "ÜLNr. 1436/​13, Ziff. 1") erschöpft, ohne dass zu erken­nen ist, um wel­che Gegen­stän­de es sich dabei han­delt.

Die Auf­he­bung der Ein­zie­hungs­an­ord­nung im Revi­si­ons­ver­fah­ren ist gemäß § 357 Satz 1 StPO auf den nicht revi­die­ren­den Mit­an­ge­klag­ten zu erstre­cken 3. Da es sich nach den Fest­stel­lun­gen um Ein­zie­hungs­ge­gen­stän­de bei­der Ange­klag­ter han­delt, betrifft der Rechts­feh­ler auch den wegen der­sel­ben Tat ver­ur­teil­ten Mit­an­ge­klag­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Novem­ber 2014 – 1 StR 474/​14

  1. BGH, Beschlüs­se vom 20.06.2007 – 1 StR 251/​07 [inso­weit in NStZ 2007, 713 f. nicht ver­öf­fent­licht]; und vom 22.06.2010 – 4 StR 216/​10, Stra­Fo 2010, 424 mwN[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 25.08.2009 – 3 StR 291/​09, NStZ-RR 2009, 384 [nur LS]; und vom 22.06.2010 – 4 StR 216/​10, Stra­Fo 2010, 424 jeweils mwN[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 10.05.1966 – 1 StR 592/​66, BGHSt 21, 66, 69; LR/​Franke, StPO, 26. Aufl., § 357 Rn. 22[]