Die Ein­las­sung des zunächst schwei­gen­den Angeklagten

Es ist zwar unzu­läs­sig, aus der Wahr­neh­mung pro­zes­sua­ler Schwei­ge­rech­te selbst Schlüs­se zu zie­hen. Lässt sich ein Beschul­dig­ter nach anfäng­li­chem Schwei­gen aber schließ­lich doch ein, unter­liegt sei­ne Aus­sa­ge der umfas­sen­den Beweiswürdigung.

Die Ein­las­sung des zunächst schwei­gen­den Angeklagten

Das Tat­ge­richt darf dabei die Umstän­de der Ein­las­sung berücksichtigen.

Es ist daher aus Rechts­grün­den nicht gehin­dert, einer in Kennt­nis der Ergeb­nis­se der abge­schlos­se­nen Ermitt­lun­gen und der Beweis­auf­nah­me abge­ge­be­nen Schil­de­rung des­we­gen einen gerin­ge­ren Beweis­wert bei­zu­mes­sen, weil der Ange­klag­te bei die­sem Kennt­nis­stand die Mög­lich­keit hat­te, sei­ne Dar­stel­lung an die bis­he­ri­gen Ermitt­lungs­er­kennt­nis­se anzu­pas­sen [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Okto­ber 2020 – 5 StR 411/​20

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 22.02.2001 – 3 StR 580/​00, BGHR StPO § 261 Aus­sa­ge­ver­hal­ten 21; vom 01.02.2017 – 2 StR 78/​16, NStZ-RR 2017, 183, 184; vom 05.07.2017 – 2 StR 110/​17, jeweils mwN[]

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Anklage zum Strafrichter - und die anschließende Vorlage des Verfahrens an das Landgericht
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