Dienst­lich wur­de bekannt, dass…

Eine Behaup­tung bestimm­ter Tat­sa­chen ohne nähe­re Erläu­te­rung und ohne Offen­ba­rung der Erkennt­nis­quel­len in einem Behör­den­gut­ach­ten ("Dienst­lich wur­de bekannt, dass…") hat nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nur einen gerin­gen Beweis­wert 1.

Dienst­lich wur­de bekannt, dass…

Gleich­wohl kann sol­chen Behör­den­zeug­nis­sen nicht jeg­li­cher Beweis­wert abge­spro­chen wer­den, die­ser ist viel­mehr in jedem Ein­zel­fall zu bestim­men.

Soweit in den Behör­den­zeug­nis­sen der Inhalt pri­mä­rer Beweis­mit­tel wie­der­ge­ge­ben wird, beur­teilt sich die Zuver­läs­sig­keit die­ser Anga­ben nach all­ge­mei­nen Grund­sät­zen; danach kann etwa die Kon­kret­heit der Aus­füh­run­gen eben­so von Bedeu­tung sein wie deren Umfang oder die Objek­ti­vie­rung der genann­ten Erkennt­nis­se anhand wei­te­rer, unmit­tel­bar vor­lie­gen­der Beweis­mit­tel 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 31. August 2016 – AK 46/​16

  1. vgl. etwa BGH, Beschlüs­se vom 26.03.2009 – StB 20/​08, BGHSt 53, 238, 247; vom 12.08.2015 – StB 8/​15, NStZ 2016, 370; vom 10.04.2008 – AK 46/​08, Rn. 18; vom 15.10.2013 – StB 16/​13, Rn. 29[]
  2. BGH, Beschluss vom 12.08.2015 – StB 8/​15, NStZ 2016, 370[]