Frei­spruch – und die trotz­dem erfor­der­li­chen Fest­stel­lun­gen zur Per­son

Fest­stel­lun­gen zur Per­son des Ange­klag­ten sind zwar in ers­ter Linie bei ver­ur­tei­len­den Erkennt­nis­sen not­wen­dig, um nach­voll­zie­hen zu kön­nen, dass der Tatrich­ter die wesent­li­chen Anknüp­fungs­tat­sa­chen für die Straf­zu­mes­sung (§ 46 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 Satz 2 StGB) ermit­telt und berück­sich­tigt hat.

Frei­spruch – und die trotz­dem erfor­der­li­chen Fest­stel­lun­gen zur Per­son

Aber auch bei frei­spre­chen­den Urtei­len ist der Tatrich­ter aus sach­lich­recht­li­chen Grün­den zumin­dest dann zu sol­chen Fest­stel­lun­gen ver­pflich­tet, wenn die­se zur Über­prü­fung des Frei­spruchs durch das Revi­si­ons­ge­richt auf Rechts­feh­ler hin not­wen­dig sind [1].

Soll­te der Ange­klag­te bereits ein­schlä­gig in Erschei­nung getre­ten sein, könn­te dies Auf­schluss über die Täter­per­sön­lich­keit geben und als Umstand in die Beweis­wür­di­gung ein­zu­stel­len sein.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 2. Febru­ar 2017 – 4 StR 423/​16

  1. BGH, Urtei­le vom 24.11.2016 – 4 StR 235/​16, NStZ-RR 2017, 38, 39; vom 14.02.2008 – 4 StR 317/​07, NStZ-RR 2008, 206, 207, jeweils mwN[]