Heim­tü­cke – auch ohne Arg­lo­sig­keit?

Die Recht­spre­chung hat den Grund­satz, dass Heim­tü­cke die Arg­lo­sig­keit des Ange­grif­fe­nen bei Tat­be­ginn vor­aus­setzt, für Aus­nah­me­fäl­le modi­fi­ziert1.

Heim­tü­cke – auch ohne Arg­lo­sig­keit?

Ein sol­cher Aus­nah­me­fall liegt zum Bei­spiel vor, wenn der Täter das Opfer mit Tötungs­vor­satz in einen Hin­ter­halt lockt, um eine güns­ti­ge Gele­gen­heit zur Tötung zu schaf­fen, und die ent­spre­chen­den Vor­keh­run­gen und Maß­nah­men bei Aus­füh­rung der Tat noch fort­wir­ken2.

Auch in den Aus­nah­me­fäl­len hat die Recht­spre­chung stets dar­an fest­ge­hal­ten, dass der Täter bereits in die­sem Moment mit Tötungs­vor­satz gehan­delt haben muss3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Janu­ar 2017 – 2 StR 459/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 03.09.2015 – 3 StR 242/​15, NStZ 2016, 340, 341; Beschluss vom 28.06.2016 – 3 StR 120/​16, NJW 2016, 2899; wei­te­re Nach­wei­se zur „Zeit­re­gel” und ihren Aus­nah­men bei Küper, GA 2014, 611 ff.
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 07.04.1989 – 3 StR 83/​89, NStZ 1989, 364
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 06.11.2014 – 4 StR 416/​14, NStZ 2015, 31 f. mit Anm. Eng­län­der