Noch­mals: Voll­ende­te Heh­le­rei und der erfor­der­li­che Absatz­er­folg

Beim Bun­des­ge­richts­hof deu­tet sich eine Recht­spre­chungs­än­de­rung beim Straf­tat­be­stand der Heh­le­rei an. Nun­mehr ist – wie auch der 1. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs – auch der 2. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs der Rechts­an­sicht des 3. Straf­se­nats bei getre­ten, dass es für die Ver­ur­tei­lung wegen voll­ende­ter Heh­le­rei (§ 259 Abs. 1 StGB) durch Abset­zen der Fest­stel­lung eines Absatz­er­fol­ges bedarf. Ent­ge­gen­ste­hen­de eige­ne Recht­spre­chung [1] gibt der 2. Straf­se­nat aus­drück­lich auf.

Noch­mals: Voll­ende­te Heh­le­rei und der erfor­der­li­che Absatz­er­folg

Die vom 1. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs in sei­nem Anfra­ge­be­schluss dar­ge­leg­ten Grün­de wer­den in der Lite­ra­tur all­ge­mein ver­tre­ten [2]. Der 2. Straf­se­nat tritt ihnen bei. Soweit die Abgren­zung zwi­schen einer als Erfolgs­de­likt ver­stan­de­nen Tat­va­ri­an­te des Abset­zens und der Tat­va­ri­an­te des Einem-Drit­ten-Ver­schaf­fens inmit­ten steht, wird es Auf­ga­be der Recht­spre­chung sein, kla­re Abgren­zungs­kri­te­ri­en zu ent­wi­ckeln. Es liegt nahe, die bei­den Vari­an­ten danach zu dif­fe­ren­zie­ren, in wes­sen "Lager" der Täter objek­tiv und sub­jek­tiv steht. Aus der Not­wen­dig­keit die­ser Dif­fe­ren­zie­rung ergibt sich jeden­falls kein trag­fä­hi­ger Grund dafür, an der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung fest­zu­hal­ten, die aus den vom vor­le­gen­den Senat zutref­fend refe­rier­ten Grün­den durch die gesetz­li­chen Ände­run­gen der Ver­gan­gen­heit über­holt, mit dem Wort­laut kaum ver­ein­bar und sys­te­ma­tisch wider­sprüch­lich ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. August 2013 – 2 ARs 299/​13

  1. BGH, Urtei­le vom 01.02.1978 – 2 StR 400/​77; und vom 05.12.1990 – 2 StR 287/​90[]
  2. vgl. etwa Fischer, StGB, 60. Aufl., § 259 Rn. 21 – 23 mwN[]