Schmer­zens­geld­zah­lung als Täter-Opfer-Aus­gleich – und der feh­len­de kom­mu­ni­ka­ti­ve Pro­zess

Trotz der vom Ange­klag­ten geleis­te­ten Schmer­zens­geld­zah­lun­gen kommt eine Anwen­dung von § 46a Nr. 1 StGB nicht in Betracht, soweit es an dem erfor­der­li­chen kom­mu­ni­ka­ti­ven Pro­zess mit dem Geschä­dig­ten fehlt.

Schmer­zens­geld­zah­lung als Täter-Opfer-Aus­gleich – und der feh­len­de kom­mu­ni­ka­ti­ve Pro­zess

§ 46a Nr. 1 StGB setzt nach sei­ner gesetz­ge­be­ri­schen Inten­ti­on 1 einen kom­mu­ni­ka­ti­ven Pro­zess zwi­schen Täter und Opfer vor­aus, der auf einen umfas­sen­den, frie­dens­stif­ten­den Aus­gleich der durch die Straf­tat ver­ur­sach­ten Fol­gen ange­legt sein muss. Das ein­sei­ti­ge Wie­der­gut­ma­chungs­be­stre­ben ohne den Ver­such der Ein­be­zie­hung des Opfers genügt nicht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 3. Febru­ar 2016 – 2 StR 159/​15

  1. BT-Drs. 12/​6853, S. 21 f.[]
  2. BGH, Urteil vom 05.11.2014 – 1 StR 327/​14, BGHR StGB § 46a Nr. 1 Aus­gleich 12; SSW/​Eschelbach, StGB, 2. Aufl., § 46a Rn. 24; Fischer, StGB, § 46a Rn. 10a[]