Selbst­le­se­ver­fah­ren – und der Inbe­griff der Haupt­ver­hand­lung

Der Fest­stel­lung nach § 249 Abs. 2 Satz 3 StPO – Anord­nung des Vor­sit­zen­den zum Selbst­le­se­ver­fah­ren, die Fest­stel­lun­gen über die Kennt­nis­nah­me und die Gele­gen­heit hier­zu und der Wider­spruch – bedarf es zur Kennt­lich­ma­chung und zum Hin­weis an die Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten, dass der Beweis­stoff in Form des Urkunds­be­wei­ses, der beim Selbst­le­se­ver­fah­ren außer­halb der Haupt­ver­hand­lung erho­ben wird, den­noch als Inbe­griff der Haupt­ver­hand­lung im Sin­ne von § 261 StPO der Über­zeu­gungs­bil­dung des Gerichts zu Grun­de gelegt wer­den kann.

Selbst­le­se­ver­fah­ren – und der Inbe­griff der Haupt­ver­hand­lung

Dies wird durch die Fest­stel­lung und Pro­to­kol­lie­rung nach § 249 Abs. 2 Satz 3 StPO beweis­kräf­tig voll­zo­gen.

Fehlt der ent­spre­chen­de Ver­merk, so ist die Inbe­griffs­rü­ge nach § 261 StPO eröff­net, dass die dem Selbst­le­se­ver­fah­ren zuge­führ­ten Urkun­den als ver­wert­ba­rer Beweis­stoff nicht zur Ver­fü­gung stan­den1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. März 2017 – 3 StR 424/​16

  1. BGH, Beschlüs­se vom 20.07.2010 – 3 StR 76/​10, NStZ 2010, 712, 713; vom 04.09.2013 – 5 StR 306/​13, NStZ 2014, 224