Steu­er­hin­ter­zie­hung durch nicht abge­ge­be­ne Steu­er­erklä­run­gen – und das bereits bekannt gege­be­ne Steu­er­straf­ver­fah­ren

Der Unter­neh­mer ist steu­er­recht­lich nach § 149 Abs. 2 AO, § 18 Abs. 3 UStG ver­pflich­tet, bis zum Ablauf der gesetz­li­chen Abga­be­frist am 31.05.des Fol­ge­jah­res eine Umsatz­steu­er­jah­res­er­klä­rung abzu­ge­ben.

Steu­er­hin­ter­zie­hung durch nicht abge­ge­be­ne Steu­er­erklä­run­gen – und das bereits bekannt gege­be­ne Steu­er­straf­ver­fah­ren

Die Straf­be­weh­rung der Pflicht zur Abga­be der Steu­er­erklä­rung ist jedoch sus­pen­diert wor­den, wenn das dem Unter­neh­mer bekannt gege­be­ne Steu­er­straf­ver­fah­ren auch Zeit­räu­me betrof­fen hät­te, auf die sich die­se Erklä­rungs­pflicht erstreck­te.

Denn sonst wür­de gegen das in § 393 Abs. 1 Satz 2 und 3 AO nor­mier­te Zwangs­mit­tel­ver­bot ver­sto­ßen 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. August 2018 – 1 StR 643/​1

  1. BGH, Beschlüs­se vom 26.04.2001 – 5 StR 587/​00, BGHSt 47, 1 Rn. 25; vom 27.05.2009 – 1 StR 665/​08, NStZ-RR 2009, 340; vom 23.01.2002 – 5 StR 540/​01, NStZ 2002, 437; und vom 10.08.2017 – 1 StR 573/​16 Rn. 18, wis­tra 2018, 42[]