Aus­kunft über die Daten­er­fas­sung beim Ver­fas­sungs­schutz

Ange­sichts der Schwie­rig­kei­ten bei der Beur­tei­lung des gel­tend gemach­ten Aus­kunfts­an­spruchs über die Zahl der Jour­na­lis­ten und Abge­ord­ne­ten, über die das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz Daten erfasst, ist es zumut­bar, dass der Antrag­stel­ler für sei­ne Bericht­erstat­tung bis zu einer rechts­kräf­ti­gen Klä­rung in einem mög­li­chen Haupt­sa­che­ver­fah­ren auf ver­öf­fent­lich­te Ant­wor­ten der Bun­des­re­gie­rung auf par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen und auf eine ihm vor­lie­gen­de Ant­wort des Nie­der­säch­si­schen Ver­fas­sungs­schut­zes zurück­greift.

Aus­kunft über die Daten­er­fas­sung beim Ver­fas­sungs­schutz

So das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in dem hier vor­lie­gen­den Eil­ver­fah­ren, mit dem ein Jour­na­list Aus­kunft begehrt hat. Nach­dem der Antrag in ers­ter Instanz 1 bereits abge­lehnt wor­den ist, blieb der Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung in zwei­ter Instanz eben­falls ohne Erfolg. Das Inter­es­se des Jour­na­lis­ten bezog sich auf die Zahl der Jour­na­lis­ten und Abge­ord­ne­ten der Par­la­men­te des Bun­des und der Län­der, über die das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz Daten erfasst. Dar­über hin­aus inter­es­sier­te ihn die Häu­fig­keit des Ein­sat­zes nach­rich­ten­dienst­li­cher Mit­tel bei Jour­na­lis­ten und begehr­te eine gro­be Ein­ord­nung der beob­ach­te­ten Bestre­bun­gen.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len kom­me eine einst­wei­li­ge Anord­nung nicht in Betracht, weil hier­durch die Haupt­sa­che vor­weg genom­men wür­de, der gel­tend gemach­te Aus­kunfts­an­spruch aber nach ein­ge­hen­der Prü­fung nicht mit ganz über­wie­gen­der Wahr­schein­lich­keit bestehe. Im Ver­fah­ren vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes las­se sich nicht mit der für eine Vor­weg­nah­me der Haupt­sa­che erfor­der­li­chen Gewiss­heit beur­tei­len, ob pres­se­recht­li­che Aus­künf­te vom Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz ledig­lich auf dem Niveau eines ver­fas­sungs­recht­lich gewähr­leis­te­ten Mini­mal­stan­dards ver­langt wer­den könn­ten. Eben­falls nicht hin­rei­chend geklärt sei, ob der Gesetz­ge­ber befugt wäre, das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz von der Pflicht zur Ertei­lung von Aus­künf­ten an die Pres­se ganz aus­zu­neh­men.

Ange­sichts der Schwie­rig­kei­ten bei der Beur­tei­lung des gel­tend gemach­ten Anspruchs kön­ne dem Antrag­stel­ler zuge­mu­tet wer­den, für sei­ne Bericht­erstat­tung bis zu einer rechts­kräf­ti­gen Klä­rung in einem mög­li­chen Haupt­sa­che­ver­fah­ren auf ver­öf­fent­lich­te Ant­wor­ten der Bun­des­re­gie­rung auf par­la­men­ta­ri­sche Anfra­gen und auf eine ihm vor­lie­gen­de Ant­wort des Nie­der­säch­si­schen Ver­fas­sungs­schut­zes zurück­zu­grei­fen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Beschluss vom 22. Sep­tem­ber 2014 – 5 B 226/​14

  1. VG Köln, Beschluss vom 29.01.2014 – 6 L 1570/​13[]