Coro­na-Kon­takt­per­son und die Anord­nung der Qua­ran­tä­ne

Auch wenn ein Schü­ler sich nach dem Kon­takt mit einem posi­tiv auf das Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2 getes­te­ten Mit­schü­ler selbst hat tes­ten las­sen – mit nega­ti­vem Ergeb­nis, wird dadurch die Qua­ran­tä­ne­zeit nicht ver­kürzt. Das öffent­li­che Inter­es­se an dem Schutz von Leben und Gesund­heit der Bevöl­ke­rung und der Siche­rung des Gesund­heits­sys­tems recht­fer­tigt eine kurz­zei­ti­ge Ein­schrän­kung der kör­per­li­chen Bewe­gungs­frei­heit.

Coro­na-Kon­takt­per­son und die Anord­nung der Qua­ran­tä­ne

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Eil­ver­fah­ren ent­schie­den und den gegen die Qua­ran­tä­nean­ord­nung gerich­te­ten Antrag des Schü­lers abge­lehnt. Der Antrag­stel­ler, der gemein­sam mit einem posi­tiv auf das Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2 getes­te­ten Schü­ler die­sel­be Schul­klas­se besucht hat, erhielt vom zustän­di­gen Gesund­heits­amt die Anord­nung, 14 Tage in häus­li­cher Qua­ran­tä­ne blei­ben zu müs­sen. Dage­gen hat­te sich der betrof­fe­ne Schü­ler mit sei­nem Eil­an­trag gewehrt.

In sei­ner Ent­schei­dungs­be­grün­dung hat sich das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf der Erkennt­nis­se und Vor­ga­ben des Robert-Koch-Insti­tuts (RKI) bedient und ist des­sen wis­sen­schaft­li­cher Beur­tei­lung gefolgt. Danach wer­den Per­so­nen, die sich – wie der Antrag­stel­ler – in rela­tiv beeng­ter Raum­si­tua­ti­on oder schwer zu über­bli­cken­der Kon­takt­si­tua­ti­on mit dem bestä­tig­ten COVID-19-Fall (z.B. Kita­grup­pe, Schul­klas­se) befun­den haben, unab­hän­gig von der indi­vi­du­el­len Risi­ko­er­mitt­lung, als Kon­takt­per­so­nen der Kate­go­rie I ein­ge­stuft, für die das RKI eine häus­li­che Qua­ran­tä­ne von 14 Tagen emp­fiehlt.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf ver­kennt zwar nicht, dass sich der Antrag­stel­ler nach dem Kon­takt mit dem infi­zier­ten Mit­schü­ler selbst – mit nega­ti­vem Ergeb­nis – auf SARS-CoV‑2 habe tes­ten las­sen. Dadurch wer­de die Qua­ran­tä­ne­zeit aber nicht ver­kürzt, weil ein Test­ergeb­nis wäh­rend der Inku­ba­ti­ons­zeit ledig­lich eine Moment­auf­nah­me dar­stel­le. Auch eine Abwä­gung der betrof­fe­nen Grund­rech­te und Rechts­gü­ter füh­re zu dem Ergeb­nis, dass das öffent­li­che Inter­es­se an dem Schutz von Leben und Gesund­heit der Bevöl­ke­rung und der Siche­rung des Gesund­heits­sys­tems eine kurz­zei­ti­ge Ein­schrän­kung der kör­per­li­chen Bewe­gungs­frei­heit recht­fer­ti­ge.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 29. Sep­tem­ber 2020 – 7 L 1939/​20

Corona-Kontaktperson und die Anordnung der Quarantäne