Das nicht ein­ge­hol­te wei­te­re Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten

Über Art und Zahl der ein­zu­ho­len­den Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten hat das Gericht nach pflicht­ge­mä­ßen Ermes­sen zu bestim­men (§ 98 VwGO, § 412 Abs. 1 ZPO).

Das nicht ein­ge­hol­te wei­te­re Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten

Ein vor­lie­gen­des Gut­ach­ten ist im Sin­ne von § 412 Abs. 1 ZPO unge­nü­gend, wenn es nicht geeig­net ist, dem Gericht die für die rich­ter­li­che Über­zeu­gungs­bil­dung not­wen­di­gen sach­li­chen Grund­la­gen zu ver­mit­teln.

Dies ist anzu­neh­men, wenn das vor­lie­gen­de Gut­ach­ten auch für den nicht Sach­kun­di­gen erkenn­ba­re Män­gel auf­weist, ins­be­son­de­re von unzu­tref­fen­den tat­säch­li­chen Vor­aus­set­zun­gen aus­geht, unlös­ba­re Wider­sprü­che auf­weist, wenn Anlass zu Zwei­feln an der Sach­kun­de und Unpar­tei­lich­keit des Sach­ver­stän­di­gen besteht oder wenn ein ande­rer Sach­ver­stän­di­ger über bes­se­re For­schungs­mit­tel ver­fügt 1.

Die Ver­pflich­tung zur Ein­ho­lung eines wei­te­ren Gut­ach­tens folgt nicht schon dar­aus, dass ein Betei­lig­ter das vor­lie­gen­de Gut­ach­ten als Erkennt­nis­quel­le für unzu­rei­chend hält 2.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 16. März 2016 – 2 B 8.16

  1. BVerwG, Urteil vom 06.02.1985 – 8 C 15.84, BVerw­GE 71, 38, 45 m.w.N.[]
  2. stRspr, BVerwG, Beschluss vom 26.02.2008 – 2 B 122.07, NVwZ-RR 2008, 477 Rn. 29 m.w.N.[]