Die Bezeich­nung "Feder­wei­ßer"

Die Begrif­fe „teil­wei­se gego­re­ner Trau­ben­most“ bzw. „Feder­wei­ßer“ dür­fen nicht für Erzeug­nis­se aus Tafeltrauben/​Zierreben ver­wen­det wer­den, son­dern nur für Erzeug­nis­se aus klas­si­fi­zier­ten Kel­ter­trau­ben.

Die Bezeich­nung "Feder­wei­ßer"

So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den. Geklagt hat­te eine in Rhein­hes­sen ansäs­si­gen Fir­ma, die zur Begrün­dung ihrer Kla­ge die Auf­fas­sung ver­tre­ten hat, dass die Gewin­nung und Ver­mark­tung von teil­wei­se gego­re­nem Trau­ben­most aus Tafeltrauben/​Zierreben zuläs­sig sei, weil die wein­recht­li­chen Vor­schrif­ten auf ein der­ar­ti­ges Erzeug­nis nicht anwend­bar sei­en, da gera­de kei­ne Kel­ter­trau­ben ver­wen­det wür­den.

Nach Auf­fas­sung ders Ver­wal­tungs­ge­richts Trier sind aus Tafeltrauben/​Zierreben gewon­ne­ne gego­re­ne Erzeug­nis­se dem Wein­sek­tor zuzu­ord­nen und müs­sen sich des­halb an den dies­be­züg­li­chen natio­na­len und euro­pa­recht­li­chen Vor­schrif­ten mes­sen las­sen. Nach die­sen Vor­schrif­ten sind die Begrif­fe „teil­wei­ser gego­re­ner Trau­ben­most“ bzw. „Feder­wei­ßer“ jedoch nur für aus Kel­ter­trau­ben gewon­ne­ne Erzeug­nis­se vor­ge­se­hen.

Aus­drück­lich offen gelas­sen wur­de die Fra­ge, ob es zuläs­sig ist, teil­wei­se gego­re­nen Most aus Tafeltrauben/​Zierreben unter ande­ren, nicht dem Wein­recht son­dern dem all­ge­mei­nen Lebens­mit­tel­recht unter­fal­len­den Bezeich­nun­gen her­zu­stel­len und zu ver­mark­ten, da die­se Fra­ge zwi­schen die­sen Betei­lig­ten nicht streit­ge­gen­ständ­lich sein kann und eine ent­spre­chen­de Kla­ge gegen die für das Lebens­mit­tel­recht zustän­di­gen Behör­den geführt wer­den muss.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 29. Febru­ar 2012 – 5 K 1333/​11.TR