Die Ver­un­rei­ni­gung mit gen­tech­nisch ver­än­der­tem Mais­saat­gut

Das natio­na­le Gen­tech­nik­recht ermög­licht es, die Besei­ti­gung von Mais­pflan­zen zu ver­lan­gen, die aus kon­ven­tio­nel­lem Saat­gut mit gering­fü­gi­gen Ver­un­rei­ni­gun­gen mit gen­tech­nisch ver­än­der­tem Saat­gut her­vor­ge­gan­gen sind.

Die Ver­un­rei­ni­gung mit gen­tech­nisch ver­än­der­tem Mais­saat­gut

Mit die­ser Begrün­dung hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in dem hier vor­lie­gen­den Fall eine von der Regie­rung Ober­bay­erns ergan­ge­ne Besei­tungs­an­ord­nung für Mais­pflan­zen als recht­mä­ßig ange­se­hen und die Beru­fung gegen ein gleich­lau­ten­des erst­in­stanz­li­ches Urteil zurück­ge­wie­sen. Bei einer von meh­re­ren Unter­su­chun­gen der betref­fen­den Saat­gut­par­tie waren in gerin­gem Umfang gen­tech­nisch ver­än­der­te Orga­nis­men ent­deckt wor­den. Die­se ent­stamm­ten einer gen­tech­nisch ver­än­der­ten Mais­li­nie, die für den Anbau bzw. die Aus­saat in der Euro­päi­schen Uni­on nicht zuge­las­sen ist. Dar­auf­hin hat­te die Regie­rung bei allen Land­wir­ten, die die betref­fen­de Saat­gut­par­tie aus­ge­sät hat­ten, die Besei­ti­gung der dar­aus ent­stan­de­nen Mais­pflan­zen ver­an­lasst. Das Ver­wal­tungs­ge­richt wies die Kla­ge eines land­wirt­schaft­li­chen Betriebs auf Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit der Besei­ti­gungs­an­ord­nung ab. Dage­gen wur­de Beru­fung ein­ge­legt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof dem kla­gen­den Betrieb ein berech­tig­tes Inter­es­se an der Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit der Besei­ti­gungs­an­ord­nung beschei­nigt, weil die hin­rei­chend wahr­schein­li­che Gefahr besteht, dass ihm gegen­über künf­tig eine gleich­ar­ti­ge Anord­nung erlas­sen wer­den wird.

Die Ver­un­rei­ni­gung von kon­ven­tio­nel­lem Mais­saat­gut mit gerin­gen Men­gen von gen­tech­nisch ver­än­der­tem Mais­saat­gut sei wei­ter­hin mög­lich, weil gen­tech­nisch ver­än­der­tes Mais­saat­gut wei­ter­hin her­ge­stellt wer­de, außer­halb Euro­pas weit ver­brei­tet sei und Unacht­sam­kei­ten beim Umgang hier­mit nicht aus­zu­schlie­ßen sei­en. Das natio­na­le Gen­tech­nik­recht ermög­li­che es, die Besei­ti­gung von Mais­pflan­zen zu ver­lan­gen, die aus kon­ven­tio­nel­lem Saat­gut mit gering­fü­gi­gen Ver­un­rei­ni­gun­gen mit gen­tech­nisch ver­än­der­tem Saat­gut her­vor­ge­gan­gen sei­en.

Es bestün­den bei der hier getes­te­ten Saat­gut­par­tie kei­ne ver­nünf­ti­gen Zwei­fel an einer, wenn auch gering­fü­gi­gen, Ver­un­rei­ni­gung des kon­ven­tio­nel­len Mais­saat­guts mit gen­tech­nisch ver­än­der­tem Mais­saat­gut. Die ledig­lich ent­fern­te theo­re­ti­sche Mög­lich­keit, dass die vor­lie­gen­den Ana­lysen­er­geb­nis­se unzu­tref­fend sein könn­ten, rei­che hier­für nicht aus. Ins­be­son­de­re sei­en die Pro­benah­me und die Pro­be­ana­ly­se nicht in einer Wei­se feh­ler­haft gewe­sen, die sich auf das Ergeb­nis aus­ge­wirkt haben könn­te. Ver­nünf­ti­ge Zwei­fel an einer Ver­un­rei­ni­gung ergä­ben sich auch nicht dar­aus, dass wei­te­re Bepro­bun­gen des betref­fen­den Saat­guts kei­ne der­ar­ti­gen Ver­un­rei­ni­gun­gen gezeigt hät­ten.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Urteil vom 14. Novem­ber 2013 – 22 BV 11.1307