Gerichtliche Überzeugungsgewissheit in Asylverfahren

Zur Gewinnung der gerichtlichen Überzeugungsgewissheit (§ 108 Abs. 1 VwGO) sind alle Faktoren, die für und gegen die Glaubwürdigkeit des Asylbegehrenden sowie die Glaubhaftigkeit der von ihm geschilderten Geschehnisse sprechen, heranzuziehen.

Gerichtliche Überzeugungsgewissheit in Asylverfahren

Das Verwaltungsgericht kann eine in sich nicht stimmige Aussage eines Asylbewerbers zu seinem Verfolgungsschicksal, je nach der Art dieser Angaben, des Ausmaßes ihrer Widersprüchlichkeit sowie ihres Zustandekommens, als dennoch glaubhaft werten. Ebenso wenig ist es dem Verwaltungsgericht jedoch durch Beweisregeln verwehrt, in sich widersprüchliche Angaben eines Asylbewerbers auch bei Berücksichtigung seiner individuellen Fähigkeiten als nicht glaubhaft zu würdigen.

Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht, Beschluss vom 6. August 2009 – 7 LA 43/08