Ver­fah­rens­aus­set­zung wegen bereits anhän­gi­gem Nor­nem­kon­troll­ver­fah­ren

Ein Ver­fah­ren kann in ent­spre­chen­der Anwen­dung von § 94 VwGO aus­ge­setzt wer­den, wenn das beschlie­ßen­de Gericht selbst kei­ne Zwei­fel an der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit einer gesetz­li­chen Rege­lung hat, jedoch ein ande­res Gericht von deren Ver­fas­sungs­wid­rig­keit aus­geht und die Sache nach Art. 100 Abs. 1 GG dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­ge­legt hat.

Ver­fah­rens­aus­set­zung wegen bereits anhän­gi­gem Nor­nem­kon­troll­ver­fah­ren

Die ana­lo­ge Anwen­dung von Vor­schrif­ten über die Aus­set­zung des Ver­fah­rens wie § 94 VwGO steht im Ermes­sen des Gerichts, wenn es auf die Gül­tig­keit einer Rechts­norm ankommt und das beschlie­ßen­de Gericht selbst kei­ne Zwei­fel an der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit einer gesetz­li­chen Rege­lung hat, jedoch ein ande­res Gericht die­se Norm dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nach Art. 100 Abs. 1 GG vor­ge­legt hat, weil die­se Vor­schrift nach sei­ner Auf­fas­sung das Grund­ge­setz ver­letzt [1].

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 26. Febru­ar 2015 – 2 C 1.2014

  1. BVerwG, Beschlüs­se vom 08.12 2000 – 4 B 75.00, NVwZ-RR 2001, 483; und vom 03.11.2006 – 6 B 21.06, Buch­holz 448.0 § 12 WPflG Nr.208 Rn. 5; BGH, Beschluss vom 25.03.1998 – VIII ZR 337/​97NJW 1998, 1957 zu § 148 ZPO; BFH, Urteil vom 07.02.1992 – III R 61/​91BFHE 167, 279 zu § 74 FGO; Ren­nert, in: Eyer­mann, VwGO, 14. Aufl.2014, § 94 Rn. 5[]