Ände­rung des Tabak­erzeug­nis­ge­set­zes

Zur Umset­zung der EU-Richt­li­nie für Tabak­erzeug­nis­se hat auch die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land neue Vor­schrif­ten erlas­sen: Am 20. Mai ist das neue Tabak­erzeug­nis­ge­setz in Kraft getre­ten.

Ände­rung des Tabak­erzeug­nis­ge­set­zes

Mit der "Richt­li­nie 2014/​40/​EU des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates zur Anglei­chung der Rechts- und Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über die Her­stel­lung, die Auf­ma­chung und den Ver­kauf von Tabak­erzeug­nis­sen und ver­wand­ten Erzeug­nis­sen und zur Auf­he­bung der Richt­li­nie 2001/​37/​EG" vom 03.04.2014 ist jeder Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Uni­on dazu ver­pflich­tet wor­den, die­se in natio­na­les Recht umzu­set­zen.

Ent­hal­ten ist in der Richt­li­nie u.a.

  • ein Ver­bot von Ziga­ret­ten und Dreh­ta­bak mit cha­rak­te­ris­ti­schen Aro­men.
  • Über die ver­wen­de­ten Inhalts­stof­fe in den Tabak­erzeug­nis­sen muss der jewei­li­ge Staat unter­rich­tet wer­den.
  • Es wer­den gesund­heits­re­le­van­te Warn­hin­wei­se auf den Ver­pa­ckun­gen Pflicht, die aus einem Bild- und einem Text­an­teil bestehen und 65 % der Vor­der- und Rück­sei­te der Ver­pa­ckun­gen aus­fül­len.
  • Ver­bo­ten sind ver­kaufs­för­dern­de und irre­füh­ren­de Ele­men­te auf der Ver­pa­ckung.
  • Der Inter­net­ver­kauf von Tabak und Tabak­erzeug­nis­sen kann in jedem Mit­glied­staat ver­bo­ten wer­den.
  • Mit Hil­fe eines euro­pa­wei­ten Über­wa­chungs- und Ver­fol­gungs­sys­tems soll der ille­ga­le Han­del ein­ge­demmt wer­den.
  • E‑Zigaretten haben fest­ge­leg­te Sicher­heits- und Qua­li­täts­an­for­de­run­gen zu erfül­len.
  • Für Her­stel­ler besteht eine Mel­de­pflicht bei neu­en Tabak­pro­duk­ten.

RauchenAm Tag des Frist­ab­laufs (20. Mai) hat die Bun­des­re­gie­rung den Geset­zes­ent­wurf zur Ände­rung des Tabak­erzeug­nis­ge­set­zes 1 beschlos­sen: Dabei sind erst­mals auch Vor­schrif­ten bezüg­lich elek­tro­ni­scher Ziga­ret­ten in das Regel­werk auf­ge­nom­men wor­den. So wur­den die bereits in dem bis­her gel­ten­den Vor­läu­fi­gen Tabak­ge­setz bestehen­den Ver­bo­te der Tabak­wer­bung auf niko­t­in­hal­ti­ge elek­tro­ni­sche Ziga­ret­ten aus­ge­wei­tet. Die Außen­wer­bung und Kino­wer­bung ist sowohl für Tabak­erzeug­nis­se als auch für elek­tro­ni­sche Ziga­ret­ten ver­bo­ten.

Auf das Tabak­erzeug­nis­ge­setz stützt sich auch die Ver­ord­nung zur Umset­zung der Richt­li­nie über Tabak­erzeug­nis­se und ver­wand­te Erzeug­nis­se vom 27. April 2016 2, die gleich­zei­tig mit dem Gesetz am 20. Mai in Kraft getre­ten ist. Sie soll die Rechts- und Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten der EU über die Her­stel­lung, die Auf­ma­chung und den Ver­kauf von Tabak­erzeug­nis­sen und ver­wand­ten Erzeug­nis­sen anglei­chen.

Dar­über hin­aus gilt seit dem 1. April bereits ein Abga­be­ver­bot von E‑Zigaretten und E‑Shishas an Kin­der und Jugend­li­che. Mit dem Gesetz zum Schutz von Kin­dern und Jugend­li­chen vor den Gefah­ren des Kon­sums von elek­tro­ni­schen Ziga­ret­ten und elek­tro­ni­schen Shishas vom 3. März 2016 3 ist das Jugend­schutz­ge­setz ent­spre­chend in den §§ 10 und 28 abge­än­dert und erwei­tert wor­den.

  1. BGBl. I S. 569[]
  2. BGBl. I S.980[]
  3. BGBl. I S. 369[]