Bin­den­der Ver­zicht auf Betriebs­ge­neh­mi­gun­gen

E.ON ist an den von im erklär­ten Ver­zicht auf Betriebs­ge­neh­mi­gun­gen für Stein­koh­le­kraft­wer­ke gebun­den. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig bestä­tig­te nun, dass die Betriebs­ge­neh­mi­gun­gen für die Stein­koh­le­kraft­wer­ke Sham­rock in Her­ne und Dat­teln 1 – 3 zum Jah­res­en­de erlö­schen.

Bin­den­der Ver­zicht auf Betriebs­ge­neh­mi­gun­gen

Der kla­gen­de Ener­gie­ver­sor­ger E.ON betreibt die Alt­kraft­wer­ke, die unter ande­rem einen bedeu­ten­den Anteil des Bahn­stroms für die Deut­sche Bahn AG sowie Fern­wär­me für zahl­rei­che Haus­hal­te lie­fern, seit 1957 bzw. 1962. Im Jahr 2004 tra­ten neue Bestim­mun­gen über den zuläs­si­gen Aus­stoß von Luft­schad­stof­fen in Kraft, die von den Alt­kraft­wer­ken grund­sätz­lich ab dem Jahr 2011 zu erfül­len waren. Die Kraft­wer­ke durf­ten aber ohne Nach­rüs­tung bis Ende 2012 wei­ter betrie­ben wer­den, wenn sie danach unter Ver­zicht auf die Betriebs­ge­neh­mi­gung still­ge­legt wer­den. Von die­ser Mög­lich­keit mach­te E.ON Gebrauch und gab im Jahr 2006 die erfor­der­li­chen Erklä­run­gen gegen­über den zustän­di­gen Behör­den ab. Im Okto­ber 2010 wider­rief E.ON die­se Ver­zichts­er­klä­run­gen, da sich abzeich­ne­te, dass das neue Kraft­werk Dat­teln 4, das die Alt­an­la­gen erset­zen soll, wegen Ver­zö­ge­run­gen im Pla­nungs­ver­fah­ren nicht recht­zei­tig zur Ver­fü­gung ste­hen wird. Die Behör­den sind der Ansicht, dass der Wider­ruf der Still­le­gungs­er­klä­run­gen nicht mög­lich sei, obwohl die Alt­kraft­wer­ke die ab 2011 gel­ten­den neu­en Anfor­de­run­gen erfül­len. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter ist die­ser Auf­fas­sung gefolgt und hat die gegen die ent­spre­chen­den Fest­stel­lungs­be­schei­de erho­be­nen Kla­gen abge­wie­sen 1.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die­se Urtei­le des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Müns­ter nun bestä­tigt. E.ON muss sich an dem Ver­zicht fest­hal­ten las­sen. Dabei han­delt es sich nicht um bloß unver­bind­li­che Absichts­er­klä­run­gen. Das mit der frist­ge­bun­de­nen Wahl­mög­lich­keit für die Kraft­werks­be­trei­ber ver­bun­de­ne umwelt­po­li­ti­sche Ziel einer Ver­rin­ge­rung der Emis­sio­nen lie­ße sich nicht errei­chen, wenn die Erklä­run­gen frei wider­ruf­lich wären. E.ON kann sich auch nicht auf die Grund­sät­ze des Weg­falls der Geschäfts­grund­la­ge beru­fen, um jeden­falls eine befris­te­te Fort­wir­kung der Betriebs­ge­neh­mi­gun­gen zu errei­chen. E.ON hat auf eige­nes Risi­ko auf die Betriebs­ge­neh­mi­gun­gen ver­zich­tet, obwohl die frist­ge­rech­te Errich­tung des neu­en Kraft­werks Dat­teln 4 noch nicht gesi­chert war.

Eine Still­le­gung der Kraft­wer­ke war nicht Gegen­stand des Ver­fah­rens.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 15. Novem­ber 2012 – 7 C 15.12 und 16.12

  1. OVG NRW, Urtei­le vom 14. März 2012 – 8 D 47/​11.AK und 8 D 48/​11.AK[]