Fahr­bahn­erneue­rung auf der Bun­des­au­to­bahn – und die Ver­ga­be­nach­prü­fung

Bei der Ver­ga­be von Bau- bzw. Instand­set­zungs­ar­bei­ten an einer Bun­des­au­to­bahn ist als öffent­li­cher Auf­trag­ge­ber und Antrags­geg­ner im ver­ga­be­recht­li­chen Nach­prü­fungs­ver­fah­ren das jeweils betrof­fe­ne Land anzu­se­hen, nicht die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land.

Fahr­bahn­erneue­rung auf der Bun­des­au­to­bahn – und die Ver­ga­be­nach­prü­fung

Die Ver­ga­be von Bau- bzw. Instand­set­zungs­ar­bei­ten an einer Bun­des­au­to­bahn, auf die sich das vor­lie­gen­de Nach­prü­fungs­ver­fah­ren bezieht, ist ein Gegen­stand der Auf­trags­ver­wal­tung nach Art. 85 ff. GG. Die­se ist eine Form der Lan­des­ver­wal­tung, bei der die Län­der Lan­des­staats­ge­walt aus­üben und ihre Behör­den als Lan­des­or­ga­ne han­deln, wobei die­ses Han­deln und die Ver­ant­wort­lich­keit nach außen, im Ver­hält­nis zu Drit­ten, stets Lan­des­an­ge­le­gen­heit bleibt 1. Als öffent­li­cher Auf­trag­ge­ber und Antrags­geg­ner im ver­ga­be­recht­li­chen Nach­prü­fungs­ver­fah­ren ist dem­entspre­chend das jeweils betrof­fe­ne Land anzu­se­hen und nicht die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land 2. Dem­entspre­chend fällt die Ver­ga­be­nach­prü­fung in die­sen Fäl­len auch in die Zustän­dig­keit der Ver­ga­be­kam­mern der Län­der (§ 106a Abs. 2 Satz 1 GWB).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. März 2014 – X ZB 18/​13

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 22.05.1990 – 2 BvG 1/​88, NVwZ 1990, 955, 957[]
  2. vgl. BVerwG, Urteil vom 28.08.2003 – 4 C 9/​02, NVwZ-RR 2004, 84 f.; OLG Cel­le, Beschluss vom 06.06.2011 – 13 Verg 2/​11, Ver­ga­beR 2011, 783 ff.; Mül­ler in: Byok/​Jaeger, Komm. zum Ver­ga­be­recht, 3. Aufl., § 106a GWB Rn. 13[]