Anspruch des GbR-Gesell­schaf­ters auf Rech­nungs­ab­schluss

Der an der Liqui­da­ti­on nicht betei­lig­te und auch sonst über den Ver­mö­gens­stand der Gesell­schaft nicht unter­rich­te­te Gesell­schaf­ter einer Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts hat gegen den die Abwick­lung betrei­ben­den Mit­ge­sell­schaf­ter einen Anspruch auf Rech­nungs­ab­schluss, der den Anspruch auf Rech­nungs­le­gung in sich trägt 1.

Anspruch des GbR-Gesell­schaf­ters auf Rech­nungs­ab­schluss

So sah jetzt der Bun­des­ge­richts­hof einen auf der ers­ten Stu­fe gel­tend gemach­te Rech­nungs­le­gungs­an­spruch als begrün­det an, da die Klä­ge­rin als Allein­er­bin des Mit­ge­sell­schaf­ters der Beklag­ten an des­sen Stel­le in die Liqui­da­ti­ons­ge­sell­schaft ein­ge­tre­ten ist. Damit hat sie Anspruch auf Aus­keh­rung der Hälf­te des Betra­ges, der sich aus dem Über­schuss der Liqui­da­ti­on ergibt (§§ 734, 1922 BGB). Des­halb hat sie einen Anspruch auf Rech­nungs­le­gung gegen die Beklag­te.

Die Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts befand sich im hier ent­schie­de­nen Fall zum Zeit­punkt des Todes des Erb­las­sers in der Abwick­lung, denn der Erb­las­ser und die Beklag­te kamen im August 2004 über­ein, die Gesell­schaft zu liqui­die­ren. Durch die­sen ein­stim­mi­gen Beschluss wur­de die Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts auf­ge­löst. Nach­dem zunächst der Erb­las­ser im Novem­ber und Dezem­ber 2004 durch Rabatt­ak­tio­nen die Liqui­da­ti­on betrie­ben hat­te, setz­te die Beklag­te nach des­sen Tod die Ver­äu­ße­rung des Inven­tars fort und gab im Sep­tem­ber 2005 die gemie­te­ten Geschäfts­räu­me auf. Der Klä­ge­rin steht daher ein Anspruch auf die Hälf­te des Liqui­da­ti­ons­über­schus­ses zu.

Die an der Liqui­da­ti­on nicht betei­lig­te und auch sonst über den Ver­mö­gens­stand der Gesell­schaft nicht unter­rich­te­te Klä­ge­rin hat gegen die die Abwick­lung betrei­ben­de Beklag­te gemäß § 721 Abs. 1 BGB einen Anspruch auf Rech­nungs­ab­schluss, der den Anspruch auf Rech­nungs­le­gung in sich trägt 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Ver­säum­nis­ur­teil vom 22. März 2011 – II ZR 206/​09

  1. Bestä­ti­gung von BGH, Urtei­le vom 14.07.1960 – II ZR 188/​58, WM 1960, 1121; und vom 18.03.1965 – II ZR 179/​63, WM 1965, 709[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 14.07.1960 – II ZR 188/​58, WM 1960, 1121, 1122; Urteil vom 18.03.1965 – II ZR 179/​63, WM 1965, 709, 710; Palandt/​Sprau, BGB, 70. Aufl., § 713 Rn. 7, 721 Rn. 3[]