Pro­vi­si­ons­an­spruch eines aus­ge­schie­de­nen Han­dels­ver­tre­ters

Eine in einem (Unter-)Han­dels­ver­tre­ter­ver­trag über die Ver­mitt­lung von Tele­fon­dienst­ver­trä­gen vom Ver­trags­part­ner des (Unter-)Handelsvertreters gestell­te For­mu­lar­klau­sel, wonach ein Anspruch auf Pro­vi­si­on mit der Been­di­gung die­ses Ver­trags­ver­hält­nis­ses endet, ver­stößt gegen die zwin­gen­de Bestim­mung des § 87a Abs. 3, 5 HGB und hält daher einer Inhalts­kon­trol­le nach § 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB nicht stand 1.

Pro­vi­si­ons­an­spruch eines aus­ge­schie­de­nen Han­dels­ver­tre­ters

Die Vor­schrift des § 87b Abs. 3 HGB trifft kei­ne Bestim­mung für die Dau­er einer Pro­vi­si­ons­zah­lungs­pflicht, son­dern legt nur – in Ergän­zung zu den in Abs. 1, 2 auf­ge­führ­ten Berech­nungs­fak­to­ren – die Berech­nungs­wei­se für Pro­vi­sio­nen bei Gebrauchs­über­las­sungs- und Nut­zungs­ver­trä­gen fest. Aus § 87b Abs. 3 Satz 2 HGB lässt sich folg­lich kei­ne zeit­li­che Begren­zung des Pro­vi­si­ons­an­spruchs eines aus­ge­schie­de­nen (Unter-)Handelsvertreters ablei­ten, der ein ent­spre­chen­des Dau­er­schuld­ver­hält­nis ver­mit­telt hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Okto­ber 2009 – VIII ZR 286/​07

  1. im Anschluss an BGH, Urteil vom 10.12.1997 – VIII ZR 107/​97, NJW-RR 1998, 629[]
  2. EuGH, Urteil vom 28.10.2010 – C‑203/​09, DB 2010, 2495[]