Inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit in der Luft­fracht

Die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit der deut­schen Gerich­te für eine auf Bestim­mun­gen des War­schau­er Abkom­mens 1955 gestütz­te Scha­dens­er­satz­kla­ge ist auch dann gege­ben, wenn der Luft­fracht­ver­trag sach­recht­lich zwar dem War­schau­er Abkom­men 1955 in der Fas­sung des von der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land nicht rati­fi­zier­ten Pro­to­kolls Nr. 4 von Mon­tréal unter­liegt, das beklag­te Luft­fracht­un­ter­neh­men sei­nen Sitz aber in Deutsch­land hat.

Inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit in der Luft­fracht

Sind die Vor­aus­set­zun­gen für die Anwen­dung der Ver­mu­tungs­re­gel des Art. 28 Abs. 4 EGBGB nicht erfüllt, weil sich in dem Staat, in dem der Beför­de­rer sei­ne Haupt­nie­der­las­sung hat, weder der Ver­la­de- oder Ent­la­de­ort noch die Haupt­nie­der­las­sung des Absen­ders befin­den, so wird das anwend­ba­re Recht mit Hil­fe der engs­ten Ver­bin­dung nach Art. 28 Abs. 1 EGBGB bestimmt. Auf die cha­rak­te­ris­ti­sche Leis­tung nach Art. 28 Abs. 2 EGBGB kommt es bei Güter­be­för­de­rungs­ver­trä­gen nicht an, da die­se Vor­schrift von Art. 28 Abs. 4 EGBGB voll­stän­dig ver­drängt wird.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Okto­ber 2009 – I ZR 88/​07
[Einen aus­führ­li­chen Bericht über das Urteil fin­den Sie in der Außen­wirt­schafts­lu­pe.]