Kei­ne Schmer­zens­geld­an­sprü­che für paki­sta­ni­sche Tex­til­ar­bei­ter

Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm hält etwai­ge Schmer­zens­geld­an­sprü­che von vier paki­sta­ni­schen Klä­gern gegen einen Tex­til­dis­coun­ter aus Bönen für ver­jährt und hat des­halb ihre Anträ­ge auf Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe für das Beru­fungs­ver­fah­ren zurück­ge­wie­sen. Die Klä­ger neh­men den beklag­ten Tex­til­dis­coun­ter aus Bönen auf Schmer­zens­geld von jeweils 30.000 Euro auf­grund eines schwe­ren Brand­un­glücks in Anspruch,

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Inter­na­tio­na­les Pri­vat­recht – und sei­ne Beach­tung

Hat das Finanz­ge­richt einen Ver­trag, der aus­län­di­schem Recht unter­liegt, nach deut­schem Recht aus­ge­legt, liegt dar­in ein Ver­stoß gegen mate­ri­el­les Bun­des­recht, der vom Bun­des­fi­nanz­hof ohne Rüge zu berück­sich­ti­gen ist. Gerich­te dür­fen Ver­trä­ge, die aus­län­di­schem Recht unter­lie­gen, nicht nach deut­schem Recht aus­le­gen. Sie müs­sen daher nicht nur die aus­län­di­schen Rechts­nor­men, son­dern auch

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Deut­sches vs. pol­ni­sches Vater­schafts­sta­tut

Führt von den nach Art.19 Abs. 1 EGBGB für die Fest­stel­lung der Vater­schaft alter­na­tiv beru­fe­nen Rechts­ord­nun­gen zum Zeit­punkt der Geburt allein das Per­so­nal­sta­tut des geschie­de­nen Ehe­manns der Mut­ter zur recht­li­chen Vater­schaft (hier: des geschie­de­nen Ehe­manns nach pol­ni­schem Recht), so ist eine spä­ter von einem ande­ren Mann nach dem hier­für anwend­ba­ren deut­schen

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Scha­dens­er­satz – und das deut­sche IPR

Nach Art. 40 Abs. 1 Satz 1 EGBGB unter­lie­gen Ansprü­che aus uner­laub­ter Hand­lung dem Recht des Staa­tes, in dem der Ersatz­pflich­ti­ge gehan­delt hat. Der Begriff der uner­laub­ten Hand­lung des deut­schen inter­na­tio­na­len Pri­vat­rechts ist wei­ter als sei­ne mate­ri­ell­recht­li­che Ent­spre­chung in den §§ 823 ff. BGB. Er erfasst das gesam­te Feld der außer­ver­trag­li­chen Scha­dens­haf­tung

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Die auch in Deutsch­land täti­ge öster­rei­chi­sche Stif­tung

Für das Stif­tungs­kol­li­si­ons­recht ist auf die Grund­sät­ze des Inter­na­tio­na­len Gesell­schafts­rechts zurück­zu­grei­fen. Das Per­so­nal­sta­tut der Stif­tung ist auch für die Rechts­stel­lung als Desti­na­tär und die dar­aus fol­gen­den Ansprü­che maß­geb­lich. Kommt, wie hier, bei der Beur­tei­lung eines Sach­ver­halts die Anwen­dung aus­län­di­schen Rechts in Betracht, ist das deut­sche inter­na­tio­na­le Pri­vat­recht von Amts wegen

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Recht­li­che Vater­schafts­ver­mu­tung – und die Wahl des zutref­fen­den Rechts­sta­tuts

Mit der Kon­kur­renz der ver­schie­de­nen Anknüp­fungs­al­ter­na­ti­ven in Art.19 Abs. 1 EGBGB hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen: Nach Art.19 Abs. 1 Satz 1 EGBGB unter­liegt die Abstam­mung eines Kin­des dem Recht des Staa­tes, in dem das Kind sei­nen gewöhn­li­chen Auf­ent­halt hat (Auf­ent­halts­sta­tut). Sie kann gemäß Art.19 Abs. 1 Satz 2 EGBGB im Ver­hält­nis zu

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Namens­sta­tut – fami­li­en­recht­li­ches Kol­li­si­ons­recht und die Rück­ver­wei­sung

Ver­weist Art. 21 EGBGB in das aus­län­di­sche Recht, so ist auch des­sen inter­na­tio­na­les Pri­vat­recht zu prü­fen. Ob auch der Erwerb der elter­li­chen Sor­ge als fami­li­en­recht­li­cher Vor­gang, der eine Vor­fra­ge für die Namens­be­stim­mung dar­stellt, kol­li­si­ons­recht­lich unselbst­stän­dig anzu­knüp­fen, also nach dem Recht des Namens­sta­tuts zu beur­tei­len ist, kann offen blei­ben. Ist Namens­sta­tut

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Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen – und die Fra­ge des maß­ge­ben­den Rechts

Die Fra­ge, ob Ansprü­che wegen einer Ver­let­zung urhe­ber­recht­li­cher Schutz­rech­te bestehen, ist nach dem deut­schen inter­na­tio­na­len Pri­vat­recht eben­so wie jetzt gemäß Art. 8 Abs. 1 Rom-II-VO grund­sätz­lich nach dem Recht des Schutz­lan­des – also des Staa­tes, für des­sen Gebiet der Schutz bean­sprucht wird – zu beant­wor­ten. Nach die­sem Recht sind ins­be­son­de­re das Bestehen

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2 aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten – und das Namens­sta­tut

Mit der Bestim­mung des Per­so­nal­sta­tuts für den Fami­li­en­na­men eines 1984 gebo­re­nen Kin­des mit zwei aus­län­di­schen Staats­an­ge­hö­rig­kei­ten hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen: Im hier ent­schie­de­nen Fall hat­te der Betrof­fe­ne die Berich­ti­gung sei­nes Fami­li­en­na­mens im Gebur­ten­re­gis­ter bean­tragt. Er wur­de 1984 in Han­no­ver als Kind des marok­ka­ni­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen A. Seb­bah und der

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Bemes­sung von Schmer­zens­geld nach ser­bi­schem Recht

Ein deut­sches Gericht hat für die Bemes­sung von Schmer­zens­geld nach ser­bi­schem Recht die dor­ti­ge Bemes­sungs­pra­xis zugrun­de zu legen; im Sin­ne abschlie­ßen­der Bewer­tung kann es frei­lich, wenn der Hei­­lungs- und Reha­bi­li­ta­ti­ons­pro­zess nach dem Unfall sich ins­ge­samt im Inland voll­zo­gen hat und Dau­er­fol­gen mit Unbill­cha­rak­ter hier den Ver­letz­ten belas­ten, eine gewis­se vor­sich­ti­ge

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Die in Thai­land regis­trier­te Pri­vat­schei­dung

Die Aner­ken­nung einer in Thai­land regis­trier­ten Pri­vat­schei­dung ist aus­ge­schlos­sen, wenn nach den Regeln des deut­schen IPR auf die Ehe­schei­dung deut­sches Recht Anwen­dung fin­det. In dem hier vom Kam­mer­ge­richt ent­schie­de­nen Fall war auf die die Ehe­schei­dung ent­we­der ita­lie­ni­sches oder deut­sches, jeden­falls nicht thai­län­di­sches Recht anzu­wen­den: Gemäß Art. 17 Abs. 1 S. 1 EGBGB

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Inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit in der Luft­fracht

Die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit der deut­schen Gerich­te für eine auf Bestim­mun­gen des War­schau­er Abkom­mens 1955 gestütz­te Scha­dens­er­satz­kla­ge ist auch dann gege­ben, wenn der Luft­fracht­ver­trag sach­recht­lich zwar dem War­schau­er Abkom­men 1955 in der Fas­sung des von der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land nicht rati­fi­zier­ten Pro­to­kolls Nr. 4 von Mon­tréal unter­liegt, das beklag­te Luft­fracht­un­ter­neh­men sei­nen Sitz aber in

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Inter­na­tio­na­le Per­sön­lich­keits­ver­let­zun­gen im Inter­net

Inter­net­sei­ten haben nun ein­mal die tech­nisch beding­te Eigen­schaft, bei­na­he über­all auf der Welt abruf­bar zu sein. Doch begrün­det die­se Abruf­bar­keit auch eine Zustän­dig­keit der Gerich­te jedes die­ser Län­der für eine Kla­ge auf Unter­las­sung die­ser Ver­öf­fent­li­chun­gen? Und wel­ches Recht ist für die­sen Unter­las­sungs­an­spruch anwend­bar, das Recht des Ver­öf­fent­li­chungs­staa­tes oder das Recht

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Grenz­über­schrei­ten­de Char­ter­ver­trä­ge

Der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten muss­te in einem aktu­el­len Ver­fah­ren ent­schei­den, nach wel­chen Kri­te­ri­en das auf einen Char­ter­ver­trag anwend­ba­re Recht bestimmt wird, und sich in die­sem Zusam­men­hang zum ers­ten Mal mit dem Über­ein­kom­men über das auf ver­trag­li­che Schuld­ver­hält­nis­se anwend­ba­re Recht befas­sen. Anlass der Ent­schei­dung war eine bel­gisch – nie­der­län­disch –

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Vater­schafts­gut­ach­ten und der ord­re public

Hat ein aus­län­di­sches Gericht in einem Sta­tus­ver­fah­ren die Vater­schaft ohne Ein­ho­lung eines Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens und nur gestützt auf die Aus­sa­ge einer Zeu­gin vom Hören­sa­gen fest­ge­stellt, obwohl der Antrags­geg­ner jeden geschlecht­li­chen Ver­kehr mit der Mut­ter geleug­net und ange­bo­ten hat­te, an der Erstel­lung eines von ihm ange­reg­ten Vater­schafts­gut­ach­tens mit­zu­wir­ken, kann die­se Ent­schei­dung wegen

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Grenz­über­schrei­ten­der Ver­sen­dungs­kauf

Bei einem grenz­über­schrei­ten­den Ver­sen­dungs­kauf in das Aus­land erfolgt die für einen Eigen­tums­über­gang nach deut­schem Recht erfor­der­li­che Besitz­ver­schaf­fung am Kauf­ge­gen­stand in aller Regel erst mit des­sen Ablie­fe­rung am Bestim­mungs­ort. Wird der nach deut­schem Recht im Inland ein­ge­lei­te­te Erwerbs­tat­be­stand bis zum Grenz­über­tritt nicht mehr voll­endet, beur­teilt sich die Fra­ge, ob und zu

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Scha­dens­er­satz­an­sprü­che aus gemein­sa­men Aus­lands­auf­ent­halt

Scha­dens­er­satz­an­sprü­che wie auch etwa im Innen­ver­hält­nis bestehen­de Aus­gleichs­an­sprü­che für einen bei einem gemein­sa­men Aus­lands­auf­ent­halt ver­ur­sach­ten Scha­den rich­ten sich auch dann nach deut­schem Recht, wenn der Aus­lands­auf­ent­halt auf meh­re­re Mona­te ange­legt ist. Dies stellt der Bun­des­ge­richts­hof jetzt aus­drück­lich für den Fall zwei­er ange­hen­den Ärz­tin­nen fest, die ein gemein­sa­mes drei­mo­na­ti­ges Prak­ti­kum in

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Der deut­sche Unter­fracht­füh­rer des tai­wa­ne­si­schen Haupt­fracht­füh­rers

Soweit der Auf­trag­ge­ber und der Fracht­füh­rer bei Abschluss des Haupt­fracht­ver­trags kei­ne Rechts­wahl getrof­fen haben, unter­liegt der Ver­trag nach Art. 28 Abs. 1 Satz 1 EGBGB dem Recht des Staa­tes, mit dem er die engs­ten Ver­bin­dun­gen auf­weist. Gemäß Art. 28 Abs. 4 Satz 1 EGBGB wird bei Güter­be­för­de­rungs­ver­trä­gen ver­mu­tet, dass sie mit dem Staat die

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Rom I

Der Rat der Jus­tiz­mi­nis­ter der EU hat den Weg für eine Eini­gung mit dem Euro­päi­schen Par­la­ment zur Rom I‑Verordnung frei gemacht und den vom Euro­päi­schen Par­la­ment am 29. Novem­ber 2007 ange­nom­me­nen Ver­ord­nungs­text inhalt­lich gebil­ligt. Die neue Ver­ord­nung bestimmt, wel­ches Recht inner­halb der euro­päi­schen Uni­on auf inter­na­tio­na­le Ver­trä­ge anwend­bar ist. Die

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Asi­an Law Cent­re

Das "Asi­an Law Cent­re" (ALC) ist ein Pro­jekt der Uni­ver­si­ty of Mel­bourne Law School, das schon seit 1985 exis­tiert. Das Web­an­ge­bot des "Asi­an Law Cent­re" stellt der Öffent­lich­keit viel­fäl­ti­ge Infor­ma­tio­nen zum asia­ti­schen Recht zur Ver­fü­gung. Es gibt u. a. eine biblio­gra­phi­sche Daten­bank für eng­lisch­spra­chi­ge Mate­ria­li­en zum asia­ti­schen Recht, die sich

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Zeit­schrift für Inter­na­tio­na­le Straf­rechts­dog­ma­tik

Seit dem 15. Janu­ar ist die ers­te Aus­ga­be der „ZIS – Zeit­schrift für Inter­na­tio­na­le Straf­rechts­dog­ma­tik“ online. Die Her­aus­ge­ber, Jura-Pro­­­fes­­so­­ren der Uni­ver­si­tät Kiel und Augs­burg, möch­ten nach eige­nen Anga­ben den Focus auf die „Euro­päi­sie­rung des Straf­rechts“ legen. Aber auch Auf­sät­ze zum deut­schen Straf­recht sol­len künf­tig ver­öf­fent­licht wer­den.

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