Suzu­ki GTi

Volks­wa­gen kann sich der Ein­tra­gung der von Suzu­ki ange­mel­de­ten Gemein­schafts­mar­ke "SWIFT GTi" nicht wider­set­zen. Das Gericht der Euro­päi­schen Uni­on bestä­tigt die Ent­schei­dung des für die Ein­tra­gung von Gemein­schafts­mar­ken zustän­di­gen Har­mo­ni­sie­rungs­am­tes für den Bin­nen­markt (HABM), wonach kei­ne Gefahr von Ver­wechs­lun­gen zwi­schen die­ser Mar­ke und den älte­ren Mar­ken „GTI“ von Volks­wa­gen besteht.

Suzu­ki GTi

Die Ver­ord­nung über die Gemein­schafts­mar­ke 1 ermög­licht dem Inha­ber einer älte­ren Mar­ke, der Anmel­dung einer Mar­ke zu wider­spre­chen, wenn wegen deren Iden­ti­tät oder Ähn­lich­keit mit der älte­ren Mar­ke und der Iden­ti­tät oder Ähn­lich­keit der durch die bei­den Mar­ken erfass­ten Waren für das Publi­kum in dem Gebiet, in dem die älte­re Mar­ke Schutz genießt, die Gefahr von Ver­wechs­lun­gen besteht. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung liegt eine Ver­wechs­lungs­ge­fahr dann vor, wenn die Öffent­lich­keit glau­ben könn­te, dass die betref­fen­den Waren von dem­sel­ben Unter­neh­men oder gege­be­nen­falls wirt­schaft­lich mit­ein­an­der ver­bun­de­nen Unter­neh­men stam­men.
Im Okto­ber 2003 mel­de­te der japa­ni­sche Auto­her­stel­ler Suzu­ki beim Har­mo­ni­sie­rungs­amt für den Bin­nen­markt das Wort­zei­chen SWIFT GTi als Gemein­schafts­mar­ke für Kraft­fahr­zeu­ge sowie deren Tei­le und Zube­hör an. Volks­wa­gen, die Inha­be­rin der deut­schen Wort­mar­ke GTI und der inter­na­tio­na­len Mar­ke GTI – u. a. mit Wir­kung in Schwe­den, den Bene­lux-Staa­ten, Frank­reich, Ita­li­en und Öster­reich – für Kraft­fahr­zeu­ge und deren Tei­le ist, erhob gegen die Anmel­dung von Suzu­ki Wider­spruch mit der Begrün­dung, dass Ver­wechs­lungs­ge­fahr bestehe.

Das HABM wies den Wider­spruch zurück und ver­nein­te eine Ver­wechs­lungs­ge­fahr. Jede Ähn­lich­keit die­ser Mar­ken hin­sicht­lich der Buch­sta­ben­kom­bi­na­ti­on „gti“, die intui­tiv als Hin­weis auf bestimm­te tech­ni­sche Merk­ma­le eines Autos oder sei­nes Motors wahr­ge­nom­men wer­de, wer­de näm­lich durch den Modell-Phan­ta­sie­na­men SWIFT im Anfangs­teil der ange­mel­de­ten Mar­ke weit­ge­hend aus­ge­gli­chen oder sogar völ­lig auf­ge­wo­gen.

Mit sei­nem jetzt ver­kün­de­ten Urteil bestä­tigt das Gericht der Euro­päi­schen Uni­on die­se Beur­tei­lung und weist die Kla­ge von Volks­wa­gen gegen die Ent­schei­dung des HABM ab.

Das Gericht der Euro­päi­schen Uni­on stellt fest, dass das Har­mo­ni­sie­rungs­amt für den Bin­nen­markt feh­ler­frei ange­nom­men hat, dass die Buch­sta­ben­kom­bi­na­ti­on „gti“ von Fach­leu­ten der Auto­mo­bil­bran­che als beschrei­bend wahr­ge­nom­men wer­de und für das all­ge­mei­ne Publi­kum nur äußerst gerin­ge ori­gi­nä­re Unter­schei­dungs­kraft habe. Das HABM hat­te inso­weit u. a. berück­sich­tigt, dass das Sigel GTI von vie­len Auto­her­stel­lern in ganz Euro­pa (wie z. B. Rover, Nis­san, Mitsu­bi­shi Peu­geot, Suzu­ki und Toyo­ta) umfang­reich genutzt wird, um die tech­ni­schen Merk­ma­le ver­schie­de­ner Fahr­zeug­mo­del­le anzu­ge­ben, und dass es wei­te­re Mar­ken mit dem Sigel GTI gibt (wie z. B. Peu­geot GTI oder Citro­ën GTI). Zudem hat das HABM das Wort SWIFT, das als Phan­ta­sie­be­griff auf­ge­fasst wird und am Anfang der ange­mel­de­ten Mar­ke steht, zu Recht als deren unter­schei­dungs­kräf­ti­ge­res Ele­ment ange­se­hen.

Folg­lich ist das HABM zu Recht zu dem Ergeb­nis gelangt, dass jede bild­li­che, klang­li­che oder begriff­li­che Ähn­lich­keit der ein­an­der gegen­über­ste­hen­den Mar­ken durch den Modell­na­men SWIFT weit­ge­hend aus­ge­gli­chen oder sogar völ­lig auf­ge­wo­gen wer­de. Eben­so hat das Har­mo­ni­sie­rungs­amt für den Bin­nen­markt zu Recht die Ansicht ver­tre­ten, dass ein Durch­schnitts­ver­brau­cher in Schwe­den, den Bene­lux-Staa­ten, Deutsch­land, Frank­reich, Ita­li­en und Öster­reich nicht bloß wegen der Kom­bi­na­ti­on der drei Buch­sta­ben „gti“, anneh­men wür­de, dass alle Autos, ihre Tei­le oder ihr Zube­hör vom sel­ben Her­stel­ler stamm­ten, und dass somit eine Ver­wechs­lungs­ge­fahr aus­ge­schlos­sen sei.

Gericht der Euro­päi­schen Uni­on, Urteil vom 21. März 2012 – T‑63/​09 [Volks­wa­gen AG /​HABM]

  1. Ver­ord­nung (EG) Nr. 40/​94 des Rates vom 20. Dezem­ber 1993 über die Gemein­schafts­mar­ke, ABl. 1994, L 11, S. 1, geän­dert und ersetzt durch die Ver­ord­nung (EG) Nr. 207/​2009 des Rates vom 26. Febru­ar 2009 über die Gemein­schafts­mar­ke, ABl. L 78, S. 1.[]