Tele­fon­dienst mit zu lan­ger Tarifan­sa­ge

Beginnt der Anruf bei einem „Mehr­wert­dienst“ mit einer zu lan­gen (bereits kos­ten­pflich­ti­gen) Kos­ten­an­sa­ge, kann die Bun­des­netz­agen­tur die­se Ruf­num­mer abschal­ten.

Tele­fon­dienst mit zu lan­ger Tarifan­sa­ge

So hat jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln den Eil­an­trag eines Unter­neh­mens gegen die von der Bun­des­netz­agen­tur ange­ord­ne­te Abschal­tung der Ruf­num­mer „11861“ abge­lehnt. Über die frü­her für Aus­künf­te der Deut­schen Bahn genutz­te Num­mer wur­de zuletzt ein pri­va­ter Aus­kunfts- und Wei­ter­ver­mitt­lungs­ser­vice ange­bo­ten. Aus­künf­te wer­den zu Ruf­num­mern, Anschrif­ten, Branchen‑, Berufs- und Geschäfts­be­zeich­nun­gen gege­ben. Der Dienst kos­tet den Anru­fer 1,99 EUR pro Minu­te aus dem deut­schen Fest­netz.

Die Bun­des­netz­agen­tur stell­te unter ande­rem fest, dass die gebo­te­ne Preis­an­sa­ge 1:47 Minu­ten dau­er­te. Zudem wur­de die Num­mer von dem Unter­neh­men im Inter­net zunächst ohne Preis­an­ga­be bewor­ben. Die Bun­des­netz­agen­tur ord­ne­te daher die Abschal­tung der Ruf­num­mer an. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die­se Maß­nah­me unter ande­rem mit der Erwä­gung bestä­tigt, dass die Preis­an­sa­ge deut­lich zu lang sei und dem Anru­fer unzu­läs­sig hohe Kos­ten ver­ur­sa­che. Eine den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen ent­spre­chen­de Ansa­ge müs­se deut­lich kür­zer gefasst wer­den.

Soweit die Bun­des­netz­agen­tur das Unter­neh­men dar­über hin­aus ver­pflich­ten woll­te, bereits gezahl­te Ent­gel­te an die Ver­brau­cher zurück­zu­er­stat­ten, hat­te der Eil­an­trag Erfolg. Das Gericht ent­schied, inso­weit feh­le es an der gesetz­li­chen Grund­la­ge.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Beschluss vom 14. Febru­ar 2011 – 1 L 1908/​10