Anhö­rungs­rü­ge – und der erfor­der­li­che Vor­trag

Eine Anhö­rungs­rü­ge muss Aus­füh­run­gen dazu ent­hal­ten, aus wel­chen Umstän­den sich die ent­schei­dungs­er­heb­li­che Ver­let­zung des Anspruchs auf recht­li­ches Gehör durch das Gericht erge­ben soll.

Anhö­rungs­rü­ge – und der erfor­der­li­che Vor­trag

Wen­det sich die Anhö­rungs­rü­ge gegen die Zurück­wei­sung einer Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de, bedarf es dazu Aus­füh­run­gen in Bezug auf die Ent­schei­dung über die Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on 1. Die Anhö­rungs­rü­ge ist inso­weit nur zuläs­sig, wenn die Ent­schei­dung, die Revi­si­on nicht zuzu­las­sen, das Ver­fah­rens­grund­recht auf recht­li­ches Gehör neu und eigen­stän­dig ver­letzt 2.

Eine Anhö­rungs­rü­ge muss sich damit aus­ein­an­der­set­zen und in die­sem Zusam­men­hang die Ver­let­zung des Art. 103 Abs. 1 GG dar­le­gen.

Hier­für reicht eine schlich­te Behaup­tung einer Gehörs­ver­let­zung nicht aus, son­dern ist es viel­mehr erfor­der­lich, dass die Umstän­de vor­ge­tra­gen wer­den, aus denen sich ergibt, dass der Bun­des­ge­richts­hof bei sei­ner Ent­schei­dung das Vor­brin­gen des Beschwer­de­füh­rers über­gan­gen haben muss 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Juni 2016 – I ZR 116/​15

  1. BGH, Beschluss vom 19.03.2009 – V ZR 142/​08, NJW 2009, 1609 Rn. 4[]
  2. BVerfGE 107, 395, 410; BVerfG, NJW 2008, 2635, 2636; NJW 2011, 1497; BGH, Beschluss vom 13.12 2007 – I ZR 47/​06, GRUR 2008, 932 Rn. 6 = WRP 2008, 956; Beschluss vom 17.12 2015 – I ZR 256/​14 2[]
  3. vgl. BGH, NJW 2009, 1609 Rn. 6 ff. mwN; BGH, Beschluss vom 17.12 2015 – I ZR 256/​14 2[]