Begrün­dungs­an­for­de­run­gen an eine Anhö­rungs­rü­ge

Eine Anhö­rungs­rü­ge ist als unzu­läs­sig zu ver­wer­fen, wenn es an der vor­ge­schrie­be­nen Dar­le­gung (§ 321 a Abs. 2 Satz 5 ZPO) einer eigen­stän­di­gen ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Ver­let­zung des Anspruchs auf Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs durch das Gericht fehlt.

Begrün­dungs­an­for­de­run­gen an eine Anhö­rungs­rü­ge

Die Dar­le­gung muss erken­nen las­sen, aus wel­chen kon­kre­ten Grün­den der Beschwer­de­füh­rer meint, die Zurück­wei­sung sei­ner Kla­ge bzw. sei­nes Rechts­mit­tels las­se nur den Schluss zu, dass sein Vor­brin­gen nicht zur Kennt­nis genom­men wor­den sei 1. Die Wie­der­ho­lung der Begrün­dung der Kla­ge bzw. des Rechts­mit­tels in indi­rek­ter Rede genügt dem nicht 2, auch nicht, wenn dabei die Argu­men­te des Geg­ners als unrich­tig zurück­ge­wie­sen wer­den. Erfor­der­lich ist eine eigen­stän­di­ge Aus­ein­an­der­set­zung mit der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dung und eine kri­ti­sche Prü­fung der eige­nen Argu­men­ta­ti­on 3. Zu letz­te­rem gehört auch ein Ein­ge­hen auf die in dem ange­foch­te­nen Urteil zitier­te Recht­spre­chung.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. August 2012 – V ZR 242/​11

  1. BGH, Beschluss vom 16.12.2010 V ZR 95/​10, GuT 2010, 459[]
  2. BGH, Beschluss vom 19.03.2009 V ZR 142/​08, NJW 2009, 1609 Rn. 6[]
  3. BGH, Beschlüs­se vom 16.12.2010 und vom 19.03.2009 aaO[]