Beru­fungs­be­grün­dungs­frist und die Anfor­de­run­gen an eine anwalt­li­che Fris­ten­kon­trol­le

Die Sorg­falts­pflich­ten in Frist­sa­chen ver­langt von einem Rechts­an­walt, alles ihm Zumut­ba­re zu unter­neh­men, um die Wah­rung von Rechts­mit­tel­fris­ten zu gewähr­leis­ten. Dabei kann die Berech­nung und Notie­rung von Fris­ten zwar einer gut aus­ge­bil­de­ten, als zuver­läs­sig erprob­ten und sorg­fäl­tig über­wach­ten Büro­kraft über­tra­gen wer­den.

Beru­fungs­be­grün­dungs­frist und die Anfor­de­run­gen an eine anwalt­li­che Fris­ten­kon­trol­le

Dann hat der Rechts­an­walt aber durch geeig­ne­te orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men sicher­zu­stel­len, dass die Fris­ten zuver­läs­sig fest­ge­hal­ten und kon­trol­liert wer­den 1. Zu den zur Ermög­li­chung einer Gegen­kon­trol­le erfor­der­li­chen Vor­keh­run­gen gehört ins­be­son­de­re, dass die Rechts­mit­tel­fris­ten in der Hand­ak­te notiert wer­den und die Hand­ak­te durch ent­spre­chen­de Erle­di­gungs­ver­mer­ke oder auf sons­ti­ge Wei­se erken­nen lässt, dass die Fris­ten in den Fris­ten­ka­len­der ein­ge­tra­gen wor­den sind 2.

Dar­über hin­aus hat ein Rechts­an­walt den Ablauf von Rechts­mit­tel­be­grün­dungs­fris­ten immer dann eigen­ver­ant­wort­lich zu prü­fen, wenn ihm die Akten im Zusam­men­hang mit einer frist­ge­bun­de­nen Pro­zess­hand­lung, ins­be­son­de­re zu deren Bear­bei­tung, vor­ge­legt wer­den 3. In die­sem Fall muss er stets alle wei­te­ren uner­le­dig­ten Fris­ten ein­schließ­lich ihrer Notie­rung in den Hand­ak­ten prü­fen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. Mai 2013 – XII ZB 124/​11

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 10.03.2011 – VII ZB 37/​10, NJW 2011, 1597 Rn. 12; und vom 08.02.2010 – II ZB 10/​09MDR 2010, 533[]
  2. BGH, Beschluss vom 23.01.2013 – XII ZB 167/​11[][]
  3. BGH, Beschluss vom 02.11.2011 – XII ZB 317/​11, Fam­RZ 2012, 108 Rn. 11 mwN[]