Beschwer in der Ver­gü­tungs­fest­set­zung

Der für die Zuläs­sig­keit der sofor­ti­gen Beschwer­de maß­geb­li­che Wert des Beschwer­de­ge­gen­stan­des bemisst sich nach dem Betrag, um den der Beschwer­de­füh­rer durch den ange­foch­te­nen Ver­gü­tungs­fest­set­zungs­be­schluss in sei­nen Rech­ten ver­kürzt zu sein behaup­tet und in des­sen Höhe er mit sei­nem Beschwer­de­an­trag die Abän­de­rung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung begehrt. Eine Erhö­hung des Wer­tes des Beschwer­de­ge­gen­stan­des durch ein erwei­ter­tes Fest­set­zungs­be­geh­ren in der Beschwer­de­instanz ist nicht mög­lich.

Beschwer in der Ver­gü­tungs­fest­set­zung

Gemäß § 64 Abs. 3 Satz 2 InsO, § 567 Abs. 2 ZPO muss für die Beschwer­de der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stan­des mehr als 200 € betra­gen. Die­ser Wert bestimmt sich nach dem Unter­schieds­be­trag zwi­schen dem in der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung zuge­bil­lig­ten und dem in der Beschwer­de­instanz bean­trag­ten Betrag 1. Dies bedeu­tet aller­dings nicht, dass dabei ein in der Beschwer­de­instanz erwei­ter­tes Fest­set­zungs­be­geh­ren zu berück­sich­ti­gen wäre. Wäre das rich­tig, könn­te die erfor­der­li­che Höhe des Wer­tes des Beschwer­de­ge­gen­stands jeder­zeit nach Belie­ben des Beschwer­de­füh­rers erreicht wer­den.

Wie bei der Beru­fung beur­teilt sich der für die Zuläs­sig­keit maß­geb­li­che Wert des Beschwer­de­ge­gen­stan­des nach dem Betrag, um den der Beschwer­de­füh­rer durch den Fest­set­zungs­be­schluss in sei­nem Recht ver­kürzt zu sein behaup­tet und in des­sen Höhe er mit sei­nem Beschwer­de­an­trag die Abän­de­rung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung begehrt 2.

Der Antrag in der Beschwer­de kann des­halb zwar den Wert des Beschwer­de­ge­gen­stands im Ver­hält­nis zur Beschwer ver­rin­gern, wenn nur die Besei­ti­gung eines Teils der erlit­te­nen Beschwer ver­langt wird 3. Eine Erhö­hung des Wer­tes des Beschwer­de­ge­gen­stands über die Beschwer hin­aus ist dage­gen nicht mög­lich.

Des­halb ist auch eine Antrags­er­wei­te­rung in der ers­ten Instanz, die nicht mehr Gegen­stand der Aus­gangs­ent­schei­dung wer­den konn­te, bei der Bestim­mung des Wer­tes des Beschwer­de­ge­gen­stands außer Betracht zu las­sen 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. April 2012 – IX ZB 162/​10

  1. Münch­Komm-ZPO/­Lipp, 3. Aufl., § 567 Rn. 33; Münch­Komm-InsO/­No­wak, 2. Aufl., § 64 Rn. 14[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 05.04.2011 – VI ZB 61/​10, NJW-RR 2011, 1430 Rn. 4; Zöller/​Heßler, ZPO, 29. Aufl., § 511 Rn. 13[]
  3. BGH, Beschluss vom 19.03.2009 – IX ZB 152/​08, NJW-RR 2009, 853 Rn. 5 ff; Zöller/​Heßler, aaO[]
  4. BGH, Beschluss vom 09.07.1997 – IV ZB 11/​97, NJW-RR 1997, 1486; vom 19.03.2009, aaO Rn. 9[]